Reuber, Die Besteuerung der... / 5. Vereinfachter Zuwendungs-/Spendennachweis

5.1 Katastrophenfälle

 

Tz. 101

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

In Katastrophenfällen können Zuwendungen/Spenden auch ohne die Vorlage formeller Zuwendungsbestätigungen geltend gemacht werden, wenn der vereinfachte Zuwendungsabzug durch ein Schreiben der obersten Finanzbehörden der Länder in Abstimmung mit dem BMF (sog. "Katastrophenerlass") zugelassen wird.

Weitere Voraussetzungen für den vereinfachten Zuwendungsabzug ist, dass diese Zuwendungen innerhalb eines in dem Katastrophenerlass festgelegten Zeitraums auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts, einer inländischen öffentlichen Dienststelle oder eines inländischen amtlich anerkannten Verbandes der freien Wohlfahrtspflege einschließlich seiner Mitgliedsorganisationen eingezahlt wird (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStDV, Anhang 11).

 

Tz. 102

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Soweit der vereinfachte Zuwendungsnachweis von den obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder wegen einer Katastrophe zugelassen wurde, genügt als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung (z. B. Kontoauszug) eines Kreditinstitutes oder der PC-Ausdruck bei Online-Banking (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStDV, Anhang 11).

Der vereinfachte Zuwendungsnachweis kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn bis zur Einrichtung eines Sonderkontos die Zuwendungen noch auf ein anderes Konto der begünstigten Zuwendungsempfänger geleistet werden (§ 50 Abs. 4 Satz 1 Buchst. b HS 1 EStDV, Anhang 11).

 

Tz. 103

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Haben auch nicht steuerbegünstigte Spendensammler Spendenkonten eingerichtet und zu Spenden aufgerufen, sind diese Zuwendungen steuerlich abziehbar, wenn das Spendenkonto als Treuhandkonto geführt wird und die Zuwendungen anschließend auf ein Sonderkonto geleistet wird.

Auch in diesem Fall genügt als Nachweis für den steuerlichen Spendenabzug die Vorlage des Bareinzahlungsbelegs oder der Buchungsbestätigung zusammen mit einer Kopie des Bareinzahlungsbelegs oder der Buchungsbestätigung des Kreditinstituts des Dritten (§ 50 Abs. 5 EStDV, Anhang 11).

 

Tz. 104

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Werden Zuwendungen anlässlich einer Katastrophenverfügung über ein Konto eines Dritten (nicht begünstigten Empfängers) auf ein Konto (kein Sonderkonto) eines begünstigten Empfängers geleistet, genügt des Erhalten einer auf den jeweiligen Zuwendenden ausgestellten Zuwendungsbestätigung des Zuwendungsempfängers, wenn das Konto des Dritten als Treuhandkonto geführt wurde, die Zuwendung von dort an den begünstigten Empfänger geleistet wurde, und diesem eine Liste mit den einzelnen Zuwendenden und ihren jeweiligen Anteil an der Zuwendungssumme übergeben wurde (§ 50 Abs. 5 EStDV, Anhang 11).

 

Tz. 105

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

In 2016 wurde beispielsweise der vereinfachte Zuwendungsnachweis aufgrund einer Katastrophe für die Unterstützung der Opfer der Unwetterlage von Ende Mai/Anfang Juni 2016 in Deutschland (BMF vom 28.06.2016, BStBl I 2016, 641) sowie für die Unterstützung der Opfer des Erdbebens in Ecuador (BMF vom 24.05.2016, BStBl I 2016, 498) für den Zeitraum bis zum 31.12.2016 zugelassen.

5.2 Zuwendungen bis zu 200 EUR

 

Tz. 106

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Für Zuwendungen bis 200 EUR ist ein vereinfachter Zuwendungsnachweis zulässig, wenn

  • der Empfänger eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine inländische öffentliche Dienststelle ist oder
  • der Empfänger eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (Anhang 3) ist, wenn der steuerbegünstigte Zweck, für den die Zuwendung/Spende verwendet wird, und die Angaben über die Freistellung des Empfängers von der Körperschaftsteuer auf einen von ihm hergestellten Beleg aufgedruckt sind und darauf angegeben ist, ob es sich bei der Zuwendung/Spende um eine Zuwendung/Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt oder
  • der Empfänger eine politische Partei i. S. d. § 2 ParteiG ist und bei Zuwendungen/Spenden der Verwendungszweck auf dem vom Empfänger hergestellten Beleg aufgedruckt ist.
 

Tz. 107

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Für Zuwendungen an ausländische juristische Personen des öffentlichen Rechts oder ausländische (nicht beschränkt steuerpflichtige) Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen ist der vereinfachte Zuwendungsnachweis für Beträge bis 200 EUR nicht zulässig.

 

Tz. 108

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Bei Zuwendungen/Spenden bis zu 200 EUR reicht die Vorlage des Bareinzahlungsbelegs oder der Buchungsbestätigung des Kreditinstituts, wenn daraus der Name des Spenders und der Name des begünstigten Empfängers, der Betrag, der Buchungstag sowie die tatsächliche Durchführung der Zahlung hervorgeht.

Soweit der Empfänger keine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts ist, sondern eine inländische steuerbegünstigte Körperschaft i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (Anhang 3), muss noch zusätzlich der vom Zuwendungs-/Spendenempfänger selbst hergestellte Beleg beigefügt werden, aus dem die Angaben über die Freistellung sowie die Mitt...

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