Reuber, Die Besteuerung der... / 3.4 Beitragsbemessung bei einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone 2011 und 2012
 

Tz. 106

Stand: EL 115 – ET: 03/2020

Bei Arbeitnehmern, die gegen ein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt zwischen 400,01 EUR und 800 EUR (so genannte Gleitzone, s. § 20 SGB IV) beschäftigt sind, wird für die Beitragsberechnung zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung als beitragspflichtige Einnahme für die Berechnung des Arbeitnehmeranteils der Sozialversicherungsbeiträge nicht das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt, sondern ein nach einer im Gesetz vorgeschriebenen Formel zu berechnender verminderter Betrag zugrunde gelegt. Die Regelung gilt allerdings nicht für Personen, die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt werden.

 

Tz. 107

Stand: EL 115 – ET: 03/2020

Anstelle des Arbeitsentgelts aus der Beschäftigung wird bei versicherungspflichtig Beschäftigten mit einem monatlichen Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone für die Bemessung des Beitrags ein Betrag als Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, der nach einer Formel mit dem Wert von Faktor F = 0,7435 ermittelt wird (s. § 344 SGB III). Die Formel für 2011 lautet:

Gleitzonenentgelt = 1,2565 × Arbeitsentgelt ./. 205,20

 

Tz. 108

Stand: EL 115 – ET: 03/2020

Die für das Jahr 2012 anzuwendende Formel kann verkürzt wie folgt verwendet werden:

Gleitzonenentgelt = 1,2509 × Arbeitsentgelt ./. 200,72

Nimmt man diese Formel, ist bei einem monatlichen Arbeitsentgelt von z. B. 650 EUR das Gleitzonenentgelt wie folgt zu berechnen:

1,2509 × 650 EUR = 813,08 EUR

./. 200,72 = 612,36 EUR

Vorsorglich kann zur Prüfung der Richtigkeit der vereinfachten Formel das Gleitzonenentgelt noch einmal nach der gesetzlich vorgegebenen Gesamtformel ermittelt werden. Dabei ist dann folgende Berechnung im Jahre 2012 vorzunehmen:

0,7491 × 400 = 299,64 EUR

+ (2 ./. F) = 1,2509

× 250 = 312,72 EUR

299,64 EUR + 312,72 EUR = 612,36 EUR.

Beide Berechnungen ergeben das gleiche Ergebnis. Das Ergebnis zeigt, dass die oben aufgezeigte vereinfachte Formel für die Ermittlung des Gleitzonenentgelts verwendet werden kann.

 

Tz. 109

Stand: EL 115 – ET: 03/2020

Zusätzlich hat seit dem 01.01.2005 ein kinderloser Beschäftigter nach Vollendung des 23. Lebensjahres auch den Beitragszuschlag für Kinderlose i. H. v. 0,25 % nach dem zuvor ermittelten Gleitzonenentgelt i. H. v. 612,36 EUR (= 1,53 EUR) zu übernehmen.

Weiterhin ist dann seit dem 01.07.2005 noch der zusätzliche Beitragssatz von 0,9 % (Zusatzbeitrag für den Zahnersatz) von dem Gleitzonenentgelt i. H. v. 612,36 EUR (= 5,51 EUR) für 2012 zu ermitteln und von den Beschäftigten allein zu tragen.

Die Arbeitslosenversicherung wird mit 3 % berechnet. Die Insolvenzgeldumlage beträgt seit 2018 0,06 % (2017: 0,09 %, 2016: 0,12 %).

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