Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Selbständige Tätigkeit

Stand: EL 107 – ET: 06/2018

Personen, die auf eigenes Risiko tätig werden, sind selbständig tätig. Sie werden als Honorarempfänger bezeichnet. Merkmale für eine selbständige Tätigkeit sind:

  • keine feste Eingliederung in den geschäftlichen Organismus des Vereins,
  • nicht weisungsgebunden,
  • Handeln in eigener Verantwortung, Unternehmerinitiative,
  • freie Zeit- und Arbeitseinteilung,
  • Arbeiten zur Erzielung eines Gewinns,
  • freie Preisgestaltung,
  • keine Berichts- und/oder Kontrollpflicht durch den Auftraggeber,
  • Ungewissheit über den Erfolg der eigenen Arbeitskraft,
  • Arbeiten auf eigene Rechnung unter Einsatz von eigenem Vermögen (Unternehmerrisiko).

Die Einkünfte aus einer selbständigen nebenberuflichen Tätigkeit sind von diesem Personenkreis durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zu ermitteln (s. "Übungsleiter").

Eine selbständige nebenberufliche Tätigkeit i. S. v. § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) ist u. a. bei Trainern und Übungsleitern von Verbänden und Vereinen gegeben, wenn sie – bezogen auf das Kalenderjahr – nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt (s R 3.26 Abs. 2 LStR, Anhang 8a) und die Tätigkeit für eine als gemeinnützig anerkannte Körperschaft erfolgt. In diesem Fall ist die Vergütung i. R.v. § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) steuerfrei. Ein Abzug von Betriebsausgeben oder Werbungskosten ist nur möglich, soweit die Einnahmen und die Ausgaben die Freigrenze von 2 400 EUR übersteigen.

Beschäftigen steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaften einen selbständigen Trainer (Reit-, Schwimm-, Tennis-, Golf-, Skilehrer etc.) gegen Honorarzahlungen, ist von ihnen darauf zu achten, dass ggf. die Rechnungen, die von diesem Personenkreis erteilt werden, den gesonderten Ausweis der Umsatzsteuer beinhalten. Die gesondert in Rechnung gestellte Umsatzsteuer kann bei der steuerbegünstigten Körperschaft als Vorsteuer zum Abzug gelangen, wenn deren Ausgangsumsätze nicht unter eine Steuerbefreiungsvorschrift einzuordnen sind. Ggf. ist dieser Personenkreis für Zwecke der Umsatzsteuer auch als Kleinunternehmer (s. § 19 Abs. 1 UStG, Anhang 5) zu beurteilen. Ein gesonderter Ausweis der Umsatzsteuer ist in derartigen Fällen entbehrlich.

S. "Übungsleiter".

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