Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Sachzuwendungen anlässlich einer Tombola
 

Tz. 12

Stand: EL 102 – ET: 04/2017

Grundsätzlich erfüllt eine Tombola keinen eigenen gemeinnützigen Zweck. Sie dient vielmehr der Mittelbeschaffung, die für die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke von Verbänden/Vereinen benötigt werden. Einnahmen aus einer Tombola sind nach § 68 Nr. 6 AO (s. Anhang 1b) bei einer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Körperschaft dem Zweckbetrieb zuzuordnen, wenn die Tombola von den zuständigen Behörden genehmigt wurde oder als genehmigt gilt. Der Gesetzeswortlaut lässt es offen, in welchem Umfang Tombolen veranstaltet werden dürfen (s. AEAO zu § 68 Nr. 6 AO TZ 10-11, Anhang 2).

 

Tz. 13

Stand: EL 102 – ET: 04/2017

Zuwendungen/Spenden für eine Tombola i. S. d. § 68 Nr. 6 AO (s. Anhang 1b) können im Rahmen des Spendenabzugs nach § 10b EStG berücksichtigt werden, da die Zuwendung in einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb erfolgt. In der Praxis sollte aber bei Sachzuwendungen/-spenden für eine Tombola peinlich genau auf die Wertermittlung geachtet werden. Grob fahrlässig oder vorsätzlich falsch bescheinigte Werte in der Zuwendungs-/Spendenbestätigung für Sachzuwendungen/-spenden lösen möglicherweise Haftungsfolgen nach § 10b Abs. 4 Satz 1 – 3 EStG (s. Anhang 10) aus und können auch die Steuerbegünstigung der Körperschaft gefährden (s. AEAO zu § 63 AO TZ 2, Anhang 2). Die Zuwendung von Wirtschaftsgütern in eine nicht genehmigte Tombola, ist demgegenüber nicht nach § 10b EStG begünstigt, da diese dann nicht mehr in einen Zweckbetrieb gereicht werden, sondern vielmehr einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (§ 64 AO, s. Anhang 1b) zugeführt werden.

 

Tz. 14

Stand: EL 102 – ET: 04/2017

Werden durch eine Tombola zusätzlich noch Werbeeinnahmen, beispielsweise durch Werbeaufdrucke auf den Losen, erzielt, sind diese Einnahmen dem steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen, mit dem u. U. partielle Steuerpflicht ausgelöst wird. Die "reinen" Tombolaerlöse verbleiben jedoch im Zweckbetrieb und genießen Ertragsteuerfreiheit in vollem Umfang, wenn die in § 68 Nr. 6 AO (s. Anhang 1b) und in AEAO zu § 68 Nr. 6 AO TZ 10-11 (s. Anhang 2) geforderten Bedingungen des Gesetzgebers bzw. der Verwaltung erfüllt sind.

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