Reuber, Die Besteuerung der... / III. Voraussetzungen für Auswärtstätigkeit von Arbeitnehmern

1. Definition der Auswärtstätigkeit

 

Rz. 10

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Eine Auswärtstätigkeit liegt für einen Arbeitnehmer vor, wenn er vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird.

Eine Auswärtstätigkeit liegt ebenfalls vor, wenn ein Arbeitnehmer bei seiner individuellen beruflichen Tätigkeit typischerweise

2. Prüfschema für den Ansatz von Reisekosten

 

Rz. 11

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Falls Reisekosten geltend gemacht werden sollen, ergibt sich folgendes Prüfschema:

  1. Ist die Reise beruflich oder privat veranlasst?

    Wenn beruflich veranlasst:

  2. Sucht der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte auf?

    Wenn nicht die erste Tätigkeitsstätte aufgesucht wird, liegen "Reisekosten" vor.

 

Rz. 12

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Hinsichtlich der Frage der beruflichen Veranlassung der Reise ist die Abgrenzung zwischen Erwerbssphäre und privater Lebensführung von Bedeutung (s. § 12 EStG, Anhang 10).

 

Rz. 13

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die zweite Frage ist bedeutsam, weil bei einer Tätigkeit an einer ersten Tätigkeitsstätte

Beachte!

Die Entfernungspauschale beträgt für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte wie nach altem Reisekostenrecht 0,30 EUR, höchstens jedoch 4 500 EUR im Kalenderjahr; die 4 500 EUR- Begrenzung gilt nicht, wenn der Arbeitnehmer nachweisbar einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt und entsprechende Kosten angefallen sind (s. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und Abs. 2 EStG, Anhang 10).

 

Rz. 14

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Steuerliche Auswirkungen einer Auswärtstätigkeit:

Ist der auswärtige Beschäftigungsort nicht die erste Tätigkeitsstätte (liegen also "Reisekosten" vor, die nicht Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte i. S. d. § 9 Abs. 4 EStG (Anhang 10) sowie keine Familienheimfahrten sind), ergeben sich folgende steuerliche Auswirkungen:

3. Erste Tätigkeitsstätte

3.1 Definition der ersten Tätigkeitsstätte

 

Rz. 15

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Erste Tätigkeitsstätte ist nach der gesetzlichen Definition des § 9 Abs. 4 Satz 1 und 2 EStG (Anhang 10) die ortsfeste betriebliche Einrichtung

  • des Arbeitgebers,
  • eines verbundenen Unternehmens (§ 15 AktG) oder
  • eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten,

der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.

Diese Zuordnung wird durch die dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen sowie die diese ausfüllenden Absprachen und Weisungen durch den Arbeitgeber bestimmt. Sind solche nicht vorhanden oder sind die getroffenen Festlegungen nicht eindeutig, werden hilfsweise quantitative Kriterien herangezogen. Voraussetzung ist außerdem, dass der Arbeitnehmer in einer der zitierten ortsfesten Einrichtungen dauerhaft tätig werden soll (s. § 9 Abs. 4 Satz 1 EStG, Anhang 10).

3.2 Ortsfeste betriebliche Einrichtung

 

Rz. 16

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Tätigkeitsstätte ist eine ortsfeste betriebliche Einrichtung. Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe oder Tätigkeitsgebiete ohne ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind keine Tätigkeitsstätten i. S. d. § 9 Abs. 4 Satz 1 EStG, Anhang 10 (s. BMF vom 30.09.2013, BStBl I 2013, 1279 Rz. 3).

Beachte!

  • Das häusliche Arbeitszimmer des Arbeitnehmers ist keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers oder eines Dritten und kann auch zukünftig keine erste Tätigkeitsstätte sein.
  • Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer einen oder mehrere Arbeitsräume anmietet, die der Wohnung des Arbeitnehmers zuzurechnen sind. Zur Abgrenzung, welche Räume der Wohnung des Arbeitnehmers zuzurechnen sind, ist auf das Gesamtbild der Verhältnisse im Einzelfall abzustellen (z. B. unmittelbare Nähe zu den privaten Wohnräumen).
 

Rz. 17

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Seit 2014 kann eine ortsfeste betriebliche Einrichtung nicht nur beim lohnsteuerlichen Arbeitgeber (hier: der steuerbegünstigten Zwecken dienenden Körperschaft) vorliegen, sondern auch bei einem Dritten (z. B. einem Kunden) oder einem verbundenen Unternehmen (§ 15 AktG). Allerdings bestimmt § 9 Abs. 4 Satz 5 EStG (Anhang 10), dass ein Arbeitnehmer je Dienstverhältnis

3.3 Arbeitsrechtliche Festlegungen

3.3.1 Arbeitsrechtliche Zuordnungsentscheidung

 

Rz. 18

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Ob für einen Arbeitnehmer eine ers...

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