Reuber, Die Besteuerung der... / 3.5.2 Prüfung der quantitativen Zuordnungskriterien durch die Finanzverwaltung
 

Rz. 41

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Bei der quantitativen Prüfung kommt es somit allein auf den Umfang der an der Tätigkeitsstätte zu leistenden arbeitsvertraglichen Arbeitszeit (mind. 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit oder zwei volle Arbeitstage wöchentlich oder arbeitstäglich) an. Dies bedeutet:

 
Umfang der Tätigkeit Folgerung
1.

Arbeitnehmer ist an einer Tätigkeitsstätte

  • zwei volle Arbeitstage je Arbeitswoche oder
  • mindestens 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig.
Dies ist die erste Tätigkeitsstätte (s. § 9 Abs. 4 Satz 4 EStG, Anhang 10).
2.

Arbeitnehmer ist an einer Tätigkeitsstätte

  • arbeitstäglich und
  • mindestens 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig.
Dies ist die erste Tätigkeitsstätte (s. § 9 Abs. 4 Satz 4 EStG, Anhang 10).
3.

Arbeitnehmer ist an einer Tätigkeitsstätte

  • arbeitstäglich,
  • aber weniger als 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig.

Dies führt nur dann zu einer ersten Tätigkeitsstätte, wenn der Arbeitnehmer dort

  • typischerweise arbeitstäglich seine eigentliche berufliche Tätigkeit und
  • nicht nur Vorbereitungs-, Hilfs- oder Nebentätigkeiten (Rüstzeiten, Abholung oder Abgabe von Dienstfahrzeug, Material, Auftragsbestätigungen, Stundenzetteln, Krankmeldungen, Urlaubsanträgen o. Ä.) durchführen soll (s. § 9 Abs. 4 Satz 4 EStG, Anhang 10).
4. Mehrere Tätigkeitsstätten erfüllen die quantitativen Voraussetzungen für eine erste Tätigkeitsstätte. Der Arbeitgeber kann bestimmen, welche dieser Tätigkeitsstätten die erste Tätigkeitsstätte ist (s. § 9 Abs. 4 Satz 6 EStG, Anhang 10).
5.

Mehrere Tätigkeitsstätten

  • erfüllen die quantitativen Voraussetzungen für eine erste Tätigkeitsstätte,
  • der Arbeitgeber trifft aber keine Bestimmung, welche davon die erste Tätigkeitsstätte sein soll.
Es wird zugunsten des Arbeitnehmers die Tätigkeitsstätte zugrunde gelegt, die der Wohnung des Arbeitnehmers am nächsten liegt (s. § 9 Abs. 4 Satz 7 EStG, Anhang 10).

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