Reuber, Die Besteuerung der... / 8. Vorsteuerabzug bei Reisekosten
 

Rz. 73

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Beim Vorsteuerabzug bei Reisekosten ergeben sich Einschränkungen.

  • Es ist das Vorliegen einer Einzelrechnung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis erforderlich, die zwingend auf den Arbeitgeber – und nicht z. B. auf den Arbeitnehmer – ausgestellt sein muss (der Arbeitgeber bzw. Unternehmer muss Empfänger der Leistung sein, s. § 15 Abs. 1 UStG, Anhang 5).
  • Ein pauschaler Abzug der Vorsteuerbeträge aus den ertragsteuerlichen Pauschalen ist nicht möglich.
  • Bei Verpflegungskosten der Arbeitnehmer und Kosten bei Fahrten mit arbeitnehmereigenen Fahrzeugen ist Voraussetzung, dass diese vom Arbeitgeber empfangen und in vollem Umfang getragen werden (der Arbeitgeber bzw. Unternehmer muss Leistungsempfänger sein, s. § 15 Abs. 1 UStG, Anhang 5).
  • Sofern ein Umzug unternehmerisch bzw. betrieblich bedingt ist, ist der Vorsteuerabzug aus Umzugskosten des Unternehmers möglich. Ist ein Wohnungswechsel eines Arbeitnehmers ebenfalls betrieblich verursacht, gilt Gleiches auch für den Vorsteuerabzug aus diesen (dem Arbeitnehmer erstatteten) Umzugskosten; allerdings müssen die Rechnungen auf den Unternehmer lauten (s. § 15 Abs. 1 UStG, Anhang 5).
  • Aus Kleinbetragsrechnungen mit einem Gesamtbetrag bis zu höchstens 150 EUR ist der Vorsteuerabzug möglich, wenn der Unternehmer typischerweise nicht bezeichnet ist (s. §§ 33, 35 UStDV, Anhang 6). Es ist aber dann für den Vorsteuerabzug schädlich, wenn der Arbeitnehmer als Leistungsempfänger bezeichnet wird.
 

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Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Beachte!

  • Aus Übernachtungskosten des Unternehmers/Arbeitnehmers ist der Vorsteuerabzug möglich, wenn die Voraussetzungen in der Rechnung erfüllt sind. Dies gilt beim Arbeitnehmer auch bei doppelter Haushaltsführung. Der Vorsteuerabzug kann auch dann vorgenommen werden, wenn die Hotelrechnung vom Arbeitnehmer bezahlt wird und der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Aufwendungen lohnsteuerfrei erstattet.
  • Aus Verpflegungskosten kann der Unternehmer unter den weiteren Voraussetzungen des § 15 UStG (Anhang 5) den Vorsteuerabzug geltend machen. Der Unternehmer erhält den Vorsteuerabzug aus Verpflegungsmehraufwendungen, die durch seinen Arbeitnehmer veranlasst wurden, nur dann, wenn diese von ihm als Arbeitgeber empfangen und in voller Höhe getragen wurden. Zusätzlich muss eine auf den Namen des Unternehmers ausgestellte Rechnung vorliegen. Der Vorsteuerabzug ist in derartigen Fällen bei Auswärtstätigkeit und doppelter Haushaltsführung möglich.

    Bezüglich der Kleinbetragsrechnungen von höchstens 150 EUR darf der Arbeitnehmer nicht als Leistungsempfänger genannt sein.

  • Steuerbegünstigte Vereine/Körperschaften können dann einen Vorsteuerabzug gelten machen, soweit sie unternehmerisch tätig sind, also selbst Umsatzsteuer für umsatzsteuerpflichtige Ausgangsumsätze zum ermäßigten (7 %) oder regulären (19 %) Umsatzsteuersatz berechnen müssen.

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