Reuber, Die Besteuerung der... / 4. Mehraufwendungen für Verpflegung – Pauschsätze
 

Rz. 53

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Aufwendungen für Verpflegung gehören grundsätzlich zu den nicht abzugsfähigen Kosten der privaten Lebensführung. Steuerliche Berücksichtigung finden deshalb nur die Mehraufwendungen, die unmittelbar durch eine Auswärtstätigkeit entstehen.

Der Abzug kann bei Geschäftsreisen als Betriebsausgabe erfolgen.

Arbeitnehmer können derartige Kosten als Werbungskosten geltend machen, soweit die Verpflegungsmehraufwendungen nicht oder nicht in vollem Umfang vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden.

 

Rz. 54

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Verpflegungsmehraufwendungen, die bei betrieblich/beruflich bedingten Auswärtstätigkeiten bis 2013 entstehen, können nur mit den nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG i. d. F. bis 2013 gesetzlich vorgeschriebenen Pauschbeträgen als Betriebsausgaben/Werbungskosten zum Abzug gelangen. Der Einzelnachweis von Verpflegungsmehraufwendungen berechtigt nicht zum Abzug von höheren Beträgen (s. R 9.6 Abs. 1 LStR).

 

Rz. 55

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Pauschalen werden grundsätzlich nach der jeweiligen auswärtigen Beschäftigung am Kalendertag bemessen. Werden mehrere Auswärtstätigkeiten an einem Kalendertag vorgenommen, können die Abwesenheitszeiten zusammengerechnet werden.

 

Rz. 56

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Pauschbeträge sind nicht zu kürzen, wenn der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder teilentgeltlich Mahlzeiten gewährt (s. R 9.6 Abs. 1 Satz 3 LStR und s. R 8.1 Abs. 8 LStR). Ggf. ist aber in derartigen Fällen zu prüfen, ob Sachbezüge zu versteuern sind.

 

Rz. 57

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Beginnt bei betrieblich/beruflich bedingten Auswärtstätigkeiten bis 2013 eine Tätigkeit nach 16.00 Uhr und endet sie vor 8.00 Uhr des nachfolgenden Kalendertages, ohne dass eine Übernachtung stattfindet, ist diese mit der gesamten Abwesenheitsdauer dem Kalendertag der überwiegenden Abwesenheit zuzurechnen (s. § 4 Abs. 5 Nr. 5 EStG i. d. F. bis 2013).

 

Rz. 58

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Soweit für denselben Kalendertag Verpflegungsmehraufwendungen wegen einer Auswärtstätigkeit oder wegen einer doppelten Haushaltsführung i. S. v. R 9.11 Abs. 7 LStR anzuerkennen sind, ist jeweils der höchste Pauschbetrag anzusetzen (R 9.6 Abs. 2 LStR).

 

Rz. 59

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Beachte!

  • Werden Verpflegungsmehraufwendungen vom Arbeitgeber ersetzt, soweit diese die in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2–4 EStG i. d. F. bis 2013 bezeichneten Pauschbeträge um nicht mehr als 100 % übersteigen, so kann die Lohnsteuer mit 25 % pauschaliert werden (s. § 40 Abs. 2 Nr. 4 und Abs. 3 EStG, Anhang 10 und R 40.2 Abs. 1 LStR).
  • Der Abzug des Verpflegungsmehraufwands ist auf die ersten drei Monate des Einsatzes an derselben Tätigkeitsstätte beschränkt (s. BFH vom 11.05.2005, BStBl II 2005, 782; s. H 9.6 LStH "Dreimonatsfrist").
  • Der Verpflegungsmehraufwand bei einer Fahrtätigkeit entspricht dem für Dienstreisen im In- und Ausland.
  • Für die Berechnung der Abwesenheitsdauer bei einer Fahrtätigkeit ist die Abwesenheit von der Wohnung maßgebend.
  • Die Dreimonatsfrist gilt nach dem BFH-Urteil vom 24.11.2011, BStBl II 2012, 27 nicht für Verpflegungspauschalen bei Fahrtätigkeit.
 

Rz. 60

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zur Bestimmung der Kosten der Verpflegungsmehraufwendungen ab 2014 s. "Reisekosten seit 2014" Tz. 60 ff.

4.1 Höhe der Pauschalen für die Mehraufwendungen für Verpflegung bei Dienstreisen im Inland

 

Rz. 61

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Verpflegungsmehraufwendungen konnten bei betrieblich/beruflich bedingten Auswärtstätigkeiten bis Ende 2013 mit nachfolgenden Pauschbeträgen geltend gemacht werden (s. § 4 Abs. 5 Nr. 5 Satz 2 EStG i. d. F. bis 2013 und R 9.6 Abs. 1 Satz 1 LStR):

 
Dauer der Dienstreise Pauschbetrag je Kalendertag
24 Stunden 24 EUR
mindestens 14–24 Stunden 12 EUR
mindestens 8–14 Stunden 6 EUR

Beachte!

  • Bei mehreren Auswärtstätigkeiten an einem Kalendertag sind die Abwesenheitszeiten an diesem Kalendertag zusammenzurechnen.
  • Eine Kürzung der Pauschbeträge ist bei vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten erhaltenen unentgeltlichen oder teilentgeltlichen Mahlzeiten nicht vorzunehmen (s. R 8.1 Abs. 8 LStR). Ggf. ist zu prüfen, ob Sachbezüge vorliegen und die entsprechenden Sachbezugswerte zum Ansatz gelangen.
  • Eine Tätigkeit, die nach 16.00 Uhr beginnt und vor 8.00 Uhr des nachfolgenden Kalendertages beendet wird, ohne dass eine Übernachtung stattfindet, ist mit der gesamten Abwesenheitsdauer dem Kalendertag der überwiegenden Abwesenheit zuzurechnen (s. § 4 Abs. 5 Nr. 5 Satz 2 EStG i. d. F. bis 2013).

4.2 Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungsgelder bei Dienstreisen ins Ausland

 

Rz. 62

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zur steuerlichen Behandlung von Reisekosten und Reisekostenvergütungen bei Auslandsdienstreisen und Auslandsgeschäftsreisen seit 01.01.2005 s. BMF vom 09.11.2004, BStBl I 2004, 1052; s. BMF vom 17.12.2009, BStBl I 2009, 1601, s. BMF vom 08.12.2011, BStBl I 2011, 1259; s. BMF vom 17.12.2012, AZ: IV C 5 – S 2353/08/10006 :003; ferner s. R 9.6 Abs. 3 LStR und H 9.6 LStH "Pauschbeträge bei Auslandsreisen".

4.3 Beispielsfälle für Verpflegungsmehraufwendungen bis 2013

 

Rz. 63

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

 

Beispiel 1:

Eine Geschäfts- oder Dienstreise dauert von 9.00 bis 19.00 Uhr.

Erge...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge