Reuber, Die Besteuerung der... / 2.3 Zusammenfassende Darstellung der Fahrtkosten bei einer Auswärtstätigkeit, ständig wechselnden Tätigkeitsstätten, Tätigkeit auf einem Fahrzeug
 

Rz. 47

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Fahrtkosten, die anlässlich von Auswärtstätigkeiten, wechselnden Tätigkeitsstätten oder Tätigkeiten auf einem Fahrzeug entstehen, können, wie nachfolgend dargestellt, als Reisekosten angesetzt werden:

  • Fahrten zwischen Wohnung oder regelmäßiger Arbeitsstätte und auswärtiger Tätigkeitsstätte oder Unterkunft (Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte oder in ihrem Einzugsbereich und auswärtiger Tätigkeitsstätte) einschließlich sämtlicher Zwischenheimfahrten sind pro Fahrtkilometer mit 0,30 EUR oder mit den tatsächlichen Kosten per Einzelnachweis anzusetzen (s. H 9.5 LStH "Einzelnachweis, pauschale Kilometersätze").
  • Fahrten, die innerhalb eines Dienstverhältnisses zwischen mehreren auswärtigen Tätigkeitsstätten oder innerhalb eines weiträumigen Arbeitsgebietes durchgeführt werden, können ebenfalls per Fahrtkilometer mit 0,30 EUR oder den tatsächlichen Kosten per Einzelnachweis angesetzt werden (s. H 9.5 LStH).
  • Fahrten zwischen einer Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte oder in ihrem Einzugsbereich und auswärtiger Tätigkeitsstätte sind, wie bereits unter s. Tz. 40 zitiert, anzusetzen.
  • Für Wege eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und ständig wechselnder Tätigkeitsstätten ist nicht die Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG (Anhang 10), sondern der nachgewiesene oder glaubhaft gemachte Aufwand anzusetzen (s. BFH vom 11.05.2005, BStBl II 2005, 785 und BFH vom 18.12.2008, BStBl II 2009, 475; s. auch H 9.5 LStH).
  • Übernachtet der Arbeitnehmer am auswärtigen Tätigkeitsort, ist die Entfernungspauschale (s. § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG, Anhang 10) weder für die Wege zwischen Wohnung und Tätigkeitsort, noch für die Wege zwischen auswärtiger Unterkunft und Tätigkeitsstätte anzusetzen. Die Aufwendungen, die für derartige Fahrten entstehen, sind in der nachgewiesenen oder glaubhaft gemachten Höhe abziehbar (s. BFH vom 11.05.2005, BStBl II 2005, 793). Hierzu s. auch H 9.10 LStH.
  • Wenn ein Arbeitnehmer bei seiner individuellen beruflichen Tätigkeit typischerweise nur auf einem Fahrzeug tätig wird (s. R 9.4 Abs. 2 Satz 2 LStR), sind sämtliche Fahrtkosten als Werbungskosten abzurechnen, weil der Arbeitnehmer bei Fahrtätigkeit über keine regelmäßige Arbeitsstätte verfügt.

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