Reuber, Die Besteuerung der... / 2.1 Fahrtkosten bei Dienstreisen
 

Rz. 40

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die dem Arbeitnehmer aus Anlass von Dienstreisen entstehenden Fahrtkosten können mit 0,30 EUR/km oder per Einzelnachweis als Reisekosten geltend gemacht werden. Es kommt der Abzug folgender Aufwendungen in Betracht (s. H 9.5 LStH):

  • für die Fahrten der Wege zwischen Wohnung oder der regelmäßigen Arbeitsstätte und auswärtiger Tätigkeitsstätte oder der Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte (oder ihrem Einzugsbereich) einschließlich aller Zwischenheimfahrten (s. BFH vom 17.12.1976, BStBl II 1977, 294, BFH vom 15.11.1991, BStBl II 1992, 266 und s. BFH vom 24.04.1992, BStBl II 1992, 664).

    Zur Abgrenzung dieser Fahrten von den Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte s. H 9.10 LStH;

  • innerhalb desselben Dienstverhältnisses für die Fahrten zwischen mehreren auswärtigen Tätigkeitsstätten oder innerhalb eines weiträumigen Arbeitsgebietes und
  • für die Fahrten zwischen einer Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte (oder in ihrem Einzugsbereich) und auswärtiger Tätigkeitsstätte (s. BFH vom 17.12.1976, BStBl II 1977, 294). Hierbei kommt es nicht auf die Entfernung zwischen den einzelnen Orten (Wohnung, regelmäßige Arbeitsstätte, auswärtige Tätigkeitsstätte) an.
 

Rz. 41

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zu den als Reisekosten abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch die Aufwendungen für die täglichen Fahrten vom Ort der Übernachtung zum Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte und umgekehrt, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen einer längeren Dienstreise eine Übernachtungsmöglichkeit im Einzugsbereich seiner auswärtigen Tätigkeitsstätte wählt.

 

Rz. 42

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Das Gleiche gilt auch für Heimfahrten (Zwischenheimfahrten), wenn der Arbeitnehmer bei einer Dienstreise, die sich über mehrere Wochen erstreckt, an den Wochenenden zum Ort seines Lebensmittelpunktes zurückkehrt (s. BFH vom 17.12.1976, BStBl II 1977, 294; BFH vom 15.11.1991, BStBl II 1992, 266; BFH vom 04.04.1992, BFH/NV 1993, 291, und s. BFH vom 11.02.1993, BFH/NV 1993, 716). Die Motive für die Zwischenheimfahrten und die Entfernung sind dabei nicht ausschlaggebend. Die Aufwendungen für Zwischenheimfahrten sind auch dann Werbungskosten, wenn die Entfernung zwischen Dienstreiseort und Ort des Mittelpunkts der Lebensführung größer ist als die Entfernung zwischen Dienstreiseort und regelmäßiger Arbeitsstätte (s. BFH vom 24.04.1992, BStBl II 1992, 664).

 

Rz. 43

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Um Reisekosten handelt es sich auch bei den Aufwendungen für die während der Woche vom Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte durchgeführten Fahrten zum Wohnsitz und von dort zum Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte. Fährt ein Arbeitnehmer zum Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte mit einem öffentlichen Verkehrsmittel und lässt er sich nach Beendigung seiner auswärtigen Tätigkeit von dort von seinem Ehegatten mit dem eigenen Kraftfahrzeug abholen, dann handelt es sich in sinngemäßer Anwendung des BFH-Urteils vom 23.10.1981, BStBl II 1982, 215 nicht nur bei der Fahrt von der auswärtigen Tätigkeitsstätte zur Wohnung oder zur regelmäßigen Tätigkeitsstätte, sondern auch bei der Fahrt von der Wohnung zur auswärtigen Tätigkeitsstätte um eine berufliche Fahrt anlässlich einer Dienstreise.

 

Rz. 44

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Benutzt ein Arbeitnehmer anlässlich der Teilnahme an einer Betriebsversammlung nach § 44 Betriebsverfassungsgesetz zur Fahrt zum Versammlungsort außerhalb der Arbeitsstätte ein eigenes Kraftfahrzeug, dann können die Fahrtkosten ebenfalls nach den vorstehenden Grundsätzen als Werbungskosten geltend gemacht werden.

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