Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Geschäftsreisen (betrieblich veranlasste Auswärtstätigkeiten)
 

Rz. 11

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Eine Geschäftsreise liegt bei einer vorübergehenden betrieblichen Auswärtstätigkeit vor. Das bedeutet, dass der Steuerpflichtige aus betrieblichen Gründen vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und seiner regelmäßigen Betriebsstätte oder Stätte der Berufsausübung tätig sein muss.

 

Rz. 12

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Es ist unerheblich, ob die Geschäftsreise von der regelmäßigen Betriebsstätte oder von der Wohnung aus angetreten wird und wo sie beendet wird.

  • Die Geschäftsreise beginnt, wenn die Fahrt zur auswärtigen Tätigkeitsstätte von der Wohnung oder von der regelmäßigen Betriebsstätte/Stätte der Berufsausübung aus angetreten wird.
  • Sie endet, wenn der Steuerpflichtige zur Wohnung oder zur regelmäßigen Betriebsstätte/Stätte der Berufsausübung zurückkehrt.
 

Rz. 13

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Regelmäßige Betriebsstätte oder regelmäßige Stätte der Berufsausübung ist der ortsgebundene Mittelpunkt der auf Dauer angelegten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen (Unternehmers).

 

Rz. 14

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Im Gegensatz zu den Fahrten von der Wohnung zur regelmäßigen Betriebsstätte muss sich der Steuerpflichtige bei Geschäftsreisen von der regelmäßigen Betriebsstätte/Stätte der Berufsausübung entfernen. Hat er mehrere Betriebsstätten, kommt es für die Frage, bei welchen Fahrten es sich um auswärtige Tätigkeiten oder Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb handelt, darauf an, welche der Betriebsstätten den Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen Tätigkeit bildet (vgl. Formulierung in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG, Anhang 10).

  • Fahrten zwischen seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen Tätigkeit können nur mit der Entfernungspauschale abgerechnet werden.
  • Die Entfernungspauschale beträgt für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und dieser Betriebsstätte 0,30 EUR (s. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG, Anhang 10 i. V. m. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG, Anhang 10).
  • Fahrten

    • zwischen Wohnung und anderen Betriebsstätten und
    • Fahrten zwischen den Betriebsstätten

    sind als Auswärtstätigkeiten zu qualifizieren, weil der Steuerpflichtige vorübergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen Tätigkeit entfernt betrieblich tätig ist.

 

Rz. 15

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Eine Auswärtstätigkeit ist vorübergehend, wenn der Steuerpflichtige voraussichtlich an die regelmäßige Betriebsstätte/Stätte der Berufsausübung zurückkehren und dort seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit fortsetzen wird. Die auswärtige Tätigkeit ist dagegen nicht vorübergehend, wenn nach dem Gesamtbild der Verhältnisse anzunehmen ist, dass die auswärtige Tätigkeitsstätte vom ersten Tag an regelmäßige Betriebsstätte/Stätte der Berufsausübung geworden ist, wie z. B. bei einer Betriebsverlegung.

Es können jedoch, bei Vorliegen der Voraussetzungen, die Regeln für eine doppelte Haushaltsführung in Betracht kommen (s. "Doppelte Haushaltsführung").

 

Rz. 16

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Tatsache, dass der Steuerpflichtige eine Geschäftsreise unternommen hat, ist entsprechend zu dokumentieren, z. B. durch ein Fahrtenbuch, Hotelrechnungen, Tankquittungen, Schriftverkehr etc.

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