Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Fahrtkosten
 

Rz. 29

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zur Bestimmung der Fahrtkosten ab 2014 s. "Reisekosten seit 2014" Tz. 55 ff.

1.1 Abzug als Betriebsausgaben

 

Rz. 30

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Fahrtkosten können in der nachgewiesenen Höhe abgezogen werden. Der Nachweis, dass eine Geschäftsreise durchgeführt worden ist, ist durch Vorlage der Fahrkarten, Quittungen von Reisebüros oder Tankquittungen, Hotelrechnungen, Fahrtenbücher oder in ähnlicher Weise zu führen.

 

Rz. 31

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Führt der Steuerpflichtige die Geschäftsreisen mit eigenen betrieblichem Kraftfahrzeug aus, so kann er die Fahrtkosten nicht in Form von Pauschbeträgen (Kilometergeld-Pauschale pro gefahrenem km) geltend machen, weil alle mit dem betrieblichen Kraftfahrzeug verbundenen Kosten Betriebsausgaben darstellen.

 

Rz. 32

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Führt der Steuerpflichtige die Geschäftsreise mit seinem privaten Personenkraftwagen aus, so können die Aufwendungen

  • per Einzelnachweis nach der Berechnungsmethode für den Kilometersatz aus den jährlichen Gesamtkosten (jährliche Gesamtkosten = Betriebsstoffkosten, Wartungs- und Reparaturkosten, Garage am Wohnort, Kfz-Steuer, Halterhaftpflicht und Fahrzeugversicherungen, AfA).

    Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für einen Pkw oder Kombi beträgt sechs Jahre. Bei höherer Fahrleistung oder bei Altfahrzeugen ggf. kürzerer Zeitraum.

  • durch Inanspruchnahme der Kilometersätze (s. nachfolgende Tabelle; s. H 9.5 LStH)

der Höhe nach als Betriebsausgaben berücksichtigt werden (R 9.5 Abs. 1 EStR i. V. m. H 9.5 LStH "Pauschale Kilometersätze").

 
Beförderungsmittel 01.01.2002 bis 31.12.2013
Kraftwagen 0,30 EUR je Fahrtkilometer
Motorrad/Motorroller 0,13 EUR je Fahrtkilometer
Moped/Mofa 0,08 EUR je Fahrtkilometer
Fahrrad 0,05 EUR je Fahrtkilometer

Für jede Person, die bei einer Dienstreise mitgenommen wird, erhöht sich der Kilometersatz von 0,30 EUR um 0,02 EUR und der Kilometersatz von 0,13 EUR um 0,01 EUR.

1.2 Abzug als Werbungskosten

 

Rz. 33

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Sind die Reisekosten beim Arbeitnehmer der steuerbegünstigten Körperschaft als Werbungskosten anzuerkennen, so können die Fahrtkosten in der nachgewiesenen Höhe geltend gemacht werden. Ist der Nachweis durch Vorlage der Fahrkarte oder anderer Quittungen nicht möglich, so muss die Dienstreise durch geeignete Unterlagen (Hotelrechnungen, Tankstellenquittungen, Fahrtenbuch, Korrespondenz u. Ä.) glaubhaft nachgewiesen werden.

Die Wahl des Verkehrsmittels ist dem Arbeitnehmer überlassen. Es ist gleichgültig, ob und in welcher Höhe sich bei einem anderen Verkehrsmittel geringere Fahrtkosten ergeben würden.

Hat der Arbeitnehmer der steuerbegünstigten Körperschaft ein eigenes Kraftfahrzeug benutzt, so bestehen die nachfolgenden Möglichkeiten des Abzugs:

 

Rz. 34

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

  • Es werden die tatsächlichen Kraftfahrzeugkosten geltend gemacht

    In diesem Fall müssen die Aufwendungen (z. B. Kosten für Treibstoff- und Ölverbrauch sowie die anteiligen festen Kosten wie Abschreibung, Steuer und Versicherung) im Einzelnen nachgewiesen werden. Für die AfA ist bei Personenkraftwagen und Kombifahrzeugen grundsätzlich eine Nutzungsdauer von sechs Jahren – s. BMF vom 15.12.2000, BStBl I 2000, 1532 – zugrunde zu legen. Eine kürzere Nutzungsdauer kann bei einer höheren Fahrleistung oder bei Altfahrzeugen anerkannt werden.

    Bei Kraftfahrzeugen, die im Zeitpunkt der Anschaffung nicht neu gewesen sind, ist die entsprechende Restnutzungsdauer unter Berücksichtigung des Alters, der Beschaffenheit und des voraussichtlichen Einsatzes des Fahrzeuges zu schätzen (s. BMF vom 28.05.1993, BStBl I 1993, 483).

    Eine längere Nutzungsdauer kann ebenfalls in Betracht kommen, wenn dies der Arbeitnehmer beantragt (s. BFH vom 26.07.1991, BStBl II 1992, 1000).

    Im BFH-Urteil vom 24.11.1994, BStBl II 1995, 318 hat der BFH ausgeführt, dass als Nutzungsdauer bei einem Pkw mit einer Jahresfahrleistung von bis zu 15 000 km regelmäßig ein Zeitraum von acht Jahren zugrunde zu legen sei.

    Eine Berufung auf die Kilometersätze der ADAC-Tabellen lässt die Rechtsprechung des BFH nicht zu (s. BFH vom 27.06.1980, BStBl II 1980, 651).

 

Rz. 35

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

  • Die Aufwendungen werden in Form eines Kilometersatzes nach Gesamtkosten geltend gemacht

    In diesem Fall müssen dem Kilometersatz die Aufwendungen zugrunde gelegt werden, die sich bei dem Arbeitnehmer für jeden gefahrenen Kilometer im Durchschnitt tatsächlich ergeben. Allgemeine Durchschnittsberechnungen, die sich nur nach bestimmten Fahrzeugtypen und Kilometerleistungen, nicht aber an den individuellen Verhältnissen eines Arbeitnehmers orientieren, können nicht zugrunde gelegt werden (s. BFH vom 17.12.1976, BStBl II 1977, 295).

    Die Gesamtkosten sind zunächst auf der Basis von zwölf Monaten zu ermitteln, und danach ist der Kilometersatz festzulegen. Der so ermittelte Kilometersatz kann dann auch in den Folgejahren angewendet werden, und zwar so lange, wie sich die Verhältnisse nicht wesentlich ändern. Zusätzlich sind die während einer Dienstfahrt tatsächlich angefallenen Park- und Straßenbenutzungsgebühren ...

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