Reuber, Die Besteuerung der... / 2. Bewirtungsaufwand (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG, Anhang 10)

Von den Bewirtungsaufwendungen können nur 70 % als Betriebsausgaben abgezogen werden, soweit sie dem Grunde nach angemessen und deren Höhe und betriebliche Veranlassung nachgewiesen sind.

Eine Bewirtung i. S. d. § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG (Anhang 10) liegt dann vor, wenn Personen beköstigt werden. Dies ist stets dann der Fall, wenn die Darreichung von Speisen und Getränken im Vordergrund steht. Zu den Bewirtungsaufwendungen gehören neben den Aufwendungen für Speisen und Getränken auch die zwangsläufig im Zusammenhang mit der Bewirtung anfallenden Aufwendungen, wie z. B. Trinkgelder und Garderobengebühren.

Keine Bewirtung liegt vor, wenn z. B. im Rahmen einer betrieblichen Besprechung Aufmerksamkeiten wie Kaffee, Tee und Gebäck gereicht wird und es sich hierbei lediglich um eine übliche Geste der Höflichkeit handelt (R 4.10 (5) EStR).

Damit Bewirtungskosten überhaupt als Betriebsausgaben abgezogen werden könne, müssen strenge formelle Anforderungen erfüllt werden.

Für eine stattgefundene Bewirtung muss ein schriftlicher Nachweis über die Höhe und die betriebliche Veranlassung der Aufwendungen geführt werden. Dieser Nachweis muss Ort, Tag, Teilnehmer, Anlass der Bewirtung sowie die Höhe der Aufwendungen enthalten.

Erfolgt die Bewirtung in einem Restaurant/Gaststätte genügen neben der beizufügenden Rechnung Angaben zu dem Anlass der Bewirtung und den Teilnehmern. Aus der Rechnung müssen sich Name und Anschrift des Restaurants oder der Gaststätte sowie der Tag der Bewirtung ergeben. Übersteigt die Rechnung den Gesamtbetrag von 250 EUR (bis 31.12.2016: 150 EUR) muss diese auch den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten (§ 14 UStG i. V. m. § 33 UStDV; R 4.10 Abs. 8 EStR).

Bei den Angaben über den Anlass der Bewirtung sind möglichst genaue Angaben erforderlich. So sind Angaben wie "Arbeitsgespräch", "Infogespräch" oder "Hintergrundgespräch" als Anlass der Bewirtung nicht ausreichend (BFH vom 15.01.1998, IV R 81/96, BStBl II 1998, 263).

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