Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Mini-GmbH

Stand: EL 101 – ET: 02/2017

Durch das "Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen" (MoMiG) vom 23.10.2008 (BGBl I 2008, 2026) ist seit dem 01.11.2008 die Gründung von Gesellschaften mit der Bezeichnung "Unternehmergesellschaft" (Beschränkung in Bezug auf die Haftung) oder "UG" zugelassen (so genannte "Mini-GmbH"). Die Mini-GmbH ist eine Art Unterform einer normalen GmbH i. S. v. § 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG (s. Anhang 3). Wesentlicher Unterschied gegenüber der normalen GmbH ist die Höhe des Stammkapitals, es beträgt bei der Mini-GmbH 1 EUR, bei der normalen GmbH 25 000 EUR. Sacheinlagen sind bei der Mini-GmbH nicht zulässig.

Die Mini-GmbH ist aber verpflichtet, fortlaufend 25 % ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einzustellen. Diese besondere Pflicht besteht dann nicht mehr, wenn die Rücklage die Schwelle des § 5 Abs. 1 GmbHG von 25 000 EUR für die Gründung einer "normalen" GmbH erreicht und das Stammkapital entsprechend angehoben wird. S. hierzu auch Erlass des BayLfSt vom 31.03.2009, DB 2009, 934. In diesem Erlass wird ausgeführt, dass die Rücklage bis zum Erreichen des Stammkapitals von 25 000 EUR mit dem Grundsatz der zeitnahen Mittelverwendung vereinbar ist (s. §§ 55, 58 AO, Anhang 1b). Eine Mini-GmbH kann aus den genannten Gründen die Steuerbegünstigung unter den Bedingungen der §§ 51 ff. AO (s. Anhang 1b) erhalten.

Hierzu auch s. AEAO zu § 55 Abs. 1 Nr. 1 AO TZ 21, Anhang 2.

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