Reuber, Die Besteuerung der... / 4.1. Steuerbefreiungen
 

Tz. 11

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Von der Besteuerung sind nach § 18 RennwLottG (Anhang 12f) ausgenommen, d. h. insoweit tritt eine Befreiung von der Lotteriesteuer ein:

  1. öffentliche Ausspielungen (Tombolen), bei denen

    a) keine Ausweise erteilt werden. Als Ausweise gelten Lose, Losröllchen und andere Gegenstände, wie etwa Eintrittskarten u.Ä., durch die sich im Einzelfall der Spieler über seine Spieleinlage und sein Anrecht auf Gewinn auszuweisen vermag;
    b) der Gesamtpreis aller Lose einer Ausspielung nicht den Betrag von 650 EUR übersteigen und die Gewinne auch nicht ganz oder teilweise in barem Geld bestehen. D.h., ausgeschüttete Gewinne dürfen nur in Sachwerten bestehen. Tombolas, die diese Voraussetzungen erfüllen, müssen der Finanzbehörde nicht angemeldet werden.

Beachte!

Durch diese Freigrenze von 650 EUR entfällt für viele öffentliche und genehmigte Ausspielungen, die von steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaften i. S. von §§ 5168 AO (Anhang 1b) durchgeführt werden, eine Lotteriesteuerpflicht. In diesen Fällen braucht außerdem nicht geprüft zu werden, ob nicht bereits mangels Öffentlichkeit keine Steuerpflicht gegeben ist.

2.

von den zuständigen Behörden genehmigte Lotterien und Ausspielungen, bei denen der Gesamtpreis der Lose einer Lotterie oder Ausspielung

a) bei Verfolgung steuerbegünstigter (gemeinnütziger, mildtätiger, kirchlicher) Zwecke 40 000 EUR nicht übersteigt und der Erlös ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten (gemeinnützigen, mildtätigen, kirchlichen) Zwecken i. S. von §§ 5168 AO (Anhang 1b) zugeführt wird, die Erlaubnis gilt pauschal als erteilt;
b) bei Ausspielungen, bei denen die Gewinne ganz oder teilweise in Geld bestehen, verringert sich der Betrag von 650 EUR auf 240 EUR. Beträgt der Gesamtpreis der Lose höchstens 164 EUR, muss die Lotterie der Finanzbehörde nicht angezeigt werden.
 

Tz. 12

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Befreit sind also die entsprechenden Veranstaltungen der steuerbegünstigten Zwecken dienenden Vereine, die einen der genannten Zwecke ausschließlich und unmittelbar verfolgen, im Übrigen aber auch Veranstaltungen nicht begünstigter Vereine, wenn die entsprechende Zweckbindung des Ertrags der Veranstaltung gewährleistet ist, d. h. eine unmittelbare Zuführung für die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke erfolgt. Weitere Einzelheiten sind dem BFH-Urteil vom 07.07.1954, BStBl III 1954, 244 zu entnehmen.

 

Tz. 13

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

In den Fällen der Lotteriesteuerbefreiung bzw. Nichtsteuerbarkeit nach dem RennwLottG ist aber Umsatzsteuerpflicht gegeben, weil die Steuerbefreiungsvorschrift des § 4 Nr. 9 Buchst. b UStG (Anhang 5) dann nicht in Betracht kommt.

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