Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Kegelbahnen

I. Allgemeines

 

Tz. 1

Stand: EL 98 – ET: 11/2015

Kegelsportvereine sind steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaften und waren nach § 52 Abs. 2 Nr. 2 AO a.F. gemeinnützig, wenn bei ihnen die "Förderung des Kegelsports" im Vordergrund stand. Seit dem Veranlagungszeitraum 2007 ist die Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit von Kegelsportvereinen in § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO (s. Anhang 1b) geregelt. S."Kegelsportvereine". Damit sie ihre sportliche Betätigung ausüben können, benötigen sie Kegelbahnen, die sehr oft von den Kegelsportvereinen in eigener Regie erstellt wurden und auch in eigener Regie betrieben werden.

II. Kegelbahnbenutzung

1. Allgemeines

 

Tz. 2

Stand: EL 72 – ET: 12/2006

Besitzt ein Kegelsportverein eigene Kegelbahnen, handelt es sich hierbei um Wirtschaftsgüter des abnutzbaren beweglichen Anlagevermögens (Betriebsvorrichtungen).

 

Tz. 3

Stand: EL 98 – ET: 11/2015

Zu den Grundstücksteilen gehören die allgemeinen Beleuchtungsanlagen. Betriebsvorrichtungen sind:

Bahnen, Kugelfangeinrichtungen, Kugelrücklaufeinrichtungen, automatische Kegelaufstelleinrichtungen, automatische Anzeigeneinrichtungen,
spezielle Beleuchtungsanlagen, Schallisolierungen (s. Abschn. 4.12.11 Abs. 2 Nr. 5 UStAE).
 

Tz. 4

Stand: EL 98 – ET: 11/2015

Kegelbahnen haben nach der amtlichen Abschreibungstabelle eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von zehn Jahren, die Kegelroller (Kegelkugeln) eine solche von acht Jahren. Das entspricht folgenden jährlichen Abschreibungssätzen:

Kegelbahnen 10,0%,
Kegelroller (Kegelkugeln) 12,5%.

2. Nutzung in den einzelnen Tätigkeitsbereichen

 

Tz. 5

Stand: EL 78 – ET: 12/2008

Die Nutzung der Kegelbahnen erfolgt bei einem Sportkegelverein im Regelfall gegen Entgelt und somit nicht im ideellen Tätigkeitsbereich, sondern in dem Tätigkeitsbereich steuerunschädlicher wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb (Zweck­betrieb "sportliche Veranstaltungen", s. §§ 65, 67a AO, Anhang 1b) und ggf. im steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. In Letzterem wird partielle Steuerpflicht ausgelöst. Werden Kegelbahnen von Kegelsportvereinen auf längere Dauer (mehr als sechs Monate) vermietet, sind die Einnahmen der steuerfreien Vermögensverwaltung zuzuordnen. Die Einordnung in den Tätigkeitsbereich "Vermögensverwaltung" dürfte m.E. eine Ausnahme sein, weil Kegelbahnen immer stundenweise vermietet werden, auch dann, wenn die Stunden bereits für einen längeren Zeitraum im Voraus festgelegt worden sind.

 

Tz. 6

Stand: EL 98 – ET: 11/2015

Werden die Kegelbahnen zum Zwecke des "Sportkegelns" gegen Entgelt an Mitglieder und Nichtmitglieder überlassen, sind die Einnahmen dem steuerunschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (Zweckbetrieb "sport­liche Veranstaltungen") zuzuordnen. Die Kegelbahnen dienen in diesen Fällen der Ausübung des "Sports", der wettkampf- bzw. turniermäßig betrieben wird (s. AEAO zu § 67a AO TZ 3, 5, Anhang 2). Die gezahlten Entgelte sind m.E. nach § 4 Nr. 22 Buchst. b UStG (s. Anhang 5) steuerfrei. Der Vorsteuerabzug ist aber dann ausgeschlossen (s. § 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG, Anhang 5).

Werden anlässlich von Turnieren Teilnehmergebühren erhoben, kommt, bei Vorliegen der Voraussetzungen, die der Gesetzgeber in § 4 Nr. 22 Buchst. b UStG (s. Anhang 5) fordert, diese Steuerbefreiungsvorschrift in Betracht.

Für Eintrittsgelder, die von Zuschauern anlässlich von Turnieren oder Wettkämpfen erhoben werden, ist die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 22 Buchst. b UStG (s. Anhang 5) ausgeschlossen. S. auch Abschn. 4.22.2 Abs. 5 UStAE.

 

Tz. 7

Stand: EL 78 – ET: 12/2008

Erfolgt die Vermietung an Nichtmitglieder zum Zwecke des "Freizeitkegelns", ist eine Zuordnung der Einnahmen in den Tätigkeitsbereich „steuerschädlicher wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb“ vorzunehmen, weil der Verein insoweit in Wettbewerb zu anderen Unternehmern tritt (s. § 65 AO, Anhang 1b und s. AEAO zu § 67a AO TZ 12 und 13, Anhang 2).

 

Tz. 8

Stand: EL 89 – ET: 10/2012

Da u.U. Einnahmen in beiden Tätigkeitsbereichen erzielt werden, muss auch eine entsprechende Aufteilung und Zuordnung der Ausgaben erfolgen. Diese Aufteilung und Zuordnung ist ebenfalls für die Absetzung für Abnutzung erforderlich. Aufteilungsmaßstab kann zum einen die stundenweise Belegung der einzelnen Bahnen sein oder die in den einzelnen Tätigkeitsbereichen erzielten Einnahmen.

S."Kegelsportvereine", s. "Sportanlagen/-stätten" und s. "Vermietung für sportliche Zwecke".

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