Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Jugendweihevereine

Stand: EL 109 – ET: 11/2018

Eine Feier anlässlich des Übergangs von der Kindheit in die Welt der Erwachsenen außerhalb des klassischen kirchlichen Rahmens (z. B. Firmung, Konfirmation) wird häufig als Jugendweihe bezeichnet. So wurden ab 1954 in der ehemaligen DDR entsprechende Jugendweihen durchgeführt. Die Tradition der Jugendweihe lebt daher vor allen in diesen Bundesländern weiter.

Der Satzungszweck von Vereinen, die eine Jugendweihe durchführen, ist regelmäßig die Förderung der Jugendhilfe (§ 52 Abs. 2 Nr. 4 AO; Anhang 1b). Er wird verwirklicht durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.

Dazu zählen:

  • kulturelle Veranstaltungen,
  • sportliche Veranstaltungen,
  • berufsorientierte Veranstaltungen,
  • allgemeinbildende Veranstaltungen,
  • Erste-Hilfe-Kurse,
  • Ausflüge,
  • Feriengestaltung,
  • Gesprächsrunden über Themen, die Jugendliche interessieren.

Eine parteipolitische Beeinflussung der Zielgruppe darf weder als Satzungszweck ausgewiesen sein noch darf diese bei der tatsächlichen Geschäftsführung stattfinden. Die Jugendweihefeier in einem festlichen Rahmen, bei der in der Regel ein Buchgeschenk, ein Blumenstrauß und eine Urkunde an die teilnehmenden Jugendlichen überreicht werden, bildet lediglich den Abschluss des umfangreichen Vorbereitungs- und Veranstaltungsprogramms. Die Vereine finanzieren sich hauptsächlich durch Teilnahmegebühren für die Jugendweihefeier und Mitgliedsbeiträge. Die Mitgliedschaft der Jugendlichen dauert regelmäßig nur ein Jahr. Wenn auch die übrigen Voraussetzungen der §§ 52ff. AO erfüllt sind, können die Vereine wegen Förderung der Jugendpflege als gemeinnützig anerkannt werden (OFD Frankfurt/Main vom 06.01.1999, DB 1999, 460).

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