Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Heimatabende

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Heimatabende werden regelmäßig von Vereinen durchgeführt, deren Satzungszweck die Förderung der Heimatpflege (§ 52 Abs. 2 Nr. 22 AO, Anhang 1b) und/oder des Brauchtums (§ 52 Abs. 2 Nr. 23 AO, Anhang 1b) ist.

So wird von diesen Vereinen bei den Heimatabenden traditionelle volkstümliche Musik, Tänze oder Redebeiträge in der Regel gegen Entgelt angeboten.

So treten bei den Heimatabenden

  • Blaskapellen,
  • Musikgruppen,
  • Volkstanzgruppen,
  • Trachtenvereine,
  • Schuhplattler
  • und andere Solisten

auf.

Gemeinnützigkeitsrechtlich wird mit der Durchführung von Heimatabenden ein steuerbegünstigter Zweckbetrieb (§ 65 AO;,Anhang 1b) begründet, wenn die Förderung des Vereins die Heimat- oder Brauchtumspflege umfasst. Die Gewinne aus diesen Veranstaltungen sind daher steuerfrei.

Umsatzsteuerlich unterliegen die Entgelte aus den Heimatabenden dem ermäßigten Steuersatz von derzeit 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG, Anhang 5). Eine Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 UStG (Anhang 5) kommt nicht in Betracht. Insbesondere handelt es sich bei den Heimatabenden nicht um steuerbefreite Konzertveranstaltungen nach § 4 Nr. 20 UStG (Anhang 5), da sie die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllen.

Soweit dem Verein Vorsteuerbeträge in Rechnung gestellt wurden, können diese zum Abzug gelangen, wenn die persönlichen und sachlichen Voraussetzungen erfüllt sind (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG, Anhang 5).

Werden anlässlich derartiger Veranstaltungen auch Speisen und Getränke durch den Verein verkauft, sind die Einnahmen dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen. Wenn der Verein mit seinen Einnahmen aus sämtlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben die die Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR überschreitet, unterliegt der Gewinn der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Die aus dem Verkauf von Speisen und Getränken erzielten Entgelte sind für Zwecke der Umsatzsteuer mit 19 % zu versteuern (§ 12 Abs. 1 UStG, Anhang 5). In Rechnung gestellte Vorsteuerbeträge können zum Abzug gelangen, wenn die persönlichen und sachlichen Voraussetzungen vorliegen (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG, Anhang 5).

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