Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Allgemeines
 

Tz. 24

Stand: EL 115 – ET: 03/2020

Nach §§ 60 Abs. 4, 84 Abs. 3d EStDV (Anhang 11) haben Steuerpflichtige, die den Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG (Anhang 10) durch Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln, für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2004 beginnen, ihrer Steuererklärung zusätzlich eine Gewinnermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck (= Anlage EÜR) beizufügen. Diese Abgabepflicht besteht auch für Körperschaften (§ 31 KStG, Anhang 3), die nicht zur Buchführung verpflichtet sind. S. auch H 25 "Anlage EÜR" EStH.

Steuerbegünstigte Körperschaften brauchen die Anlage EÜR jedoch nur dann abzugeben, wenn die Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer die Besteuerungsfreigrenze von insgesamt 35 000 EUR (§ 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b) im Jahr übersteigen. In der Anlage EÜR sind nur die Einnahmen/Ausgaben einzutragen, die sich für den einheitlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (§ 64 Abs. 2 AO, Anhang 1b) – Zusammenrechnung aller steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe – ergeben.

Die Wahlmöglichkeit den Gewinn aus der Verwertung unentgeltlich erworbenen Altmaterials (§ 64 Abs. 5 AO; Anhang 1b) pauschal mit dem branchenüblichen Reingewinn und die Gewinnpauschalierung bei bestimmten steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, die eng mit der steuerbegünstigten Tätigkeit oder einem Zweckbetrieb verbunden sind (§ 64 Abs. 6 AO, Anhang 1b), bleibt unberührt. Bei einer Gewinnpauschalierung nach § 64 Abs. 5 und 6 AO (Anhang 1b) sind die Betriebseinnahmen in voller Höhe auf der Anlage EÜR zu erfassen. Die Differenz zum pauschal ermittelten Gewinn ist auf der Anlage EÜR in Zeile 23 einzutragen. Daneben ist die genaue Ermittlung der pauschalisierten Gewinne nach § 64 Abs. 5 und 6 AO (ab dem VZ 2017, Anhang 1b) auch auf der Anlage GK in den Zeilen 18ff. vorzunehmen.

Der mit dem Vordruck EÜR ermittelte Gewinn braucht deshalb nicht mit dem bei der Besteuerung anzusetzenden Gewinn übereinstimmen.

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