Reuber, Die Besteuerung der... / 2.4 Herabsetzung von Vorauszahlungen

2.4.1 Herabsetzung der Vorauszahlungen 2020

 

Tz. 15

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Wenn erkannt werden kann, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr 2020 voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden auf Antrag die Vorauszahlungen (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer) herabgesetzt (BMF vom 19.03.2020, BStBl I 2020, 262; einheitl. Ländererlass vom 19.03.2020, BStBl I 2020, 281).

Die Anträge sollten online über Mein Elster eingereicht werden. Ansonsten gibt es zur Vereinfachung der Abläufe von einer Vielzahl von Bundesländern auch einen entsprechenden Antragsvordruck (siehe beispielsweise den vom Land NRW veröffentlichten Vordruck unter III 7.), aufgrund dessen die o. g. Maßnahmen beantragt werden können. Der Vordruck kann auf der Homepage des jeweiligen Landesfinanzministeriums abgerufen werden. Es ist natürlich auch zulässig, diese Maßnahmen formlos zu beantragen.

2.4.2 Herabsetzung der Vorauszahlungen 2019

 

Tz. 16

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Aufgrund des durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz eingeführten § 110 EStG kann auf Antrag für die Festsetzung der Vorauszahlungen ein pauschaler Abschlag von 30 % des bei der Festsetzung zugrunde gelegten Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne die darin enthaltenen Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG) erfolgen. Damit erfolgt bereits bei der Festsetzung der Vorauszahlungen ein fiktiver Verlustabzug.

Kann ein Steuerpflichtiger nachweisen, dass er in 2020 voraussichtlich einen höheren Verlust – als den pauschal ermittelten – erzielen wird, kann dieser für die Bemessung der Vorauszahlungen berücksichtigt werden.

Voraussetzung für den Ansatz eines pauschalierten/nachgewiesenen Herabsetzungsbetrags bei der Festsetzung der Vorauszahlungen 2019 ist, dass die Vorauszahlungen 2020 0 EUR betragen/auf 0 EUR herabgesetzt wurden.

Der im Rahmen des Antrags nach § 110 EStG angesetzte Minderungsbetrag darf jedoch den maximal möglichen Verlustabzug von 5 Mio. EUR bzw. 10 Mio. EUR bei einer Zusammenveranlagung nicht überschreiten.

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