Reuber, Die Besteuerung der... / 1.2 Erstattung bzw. Verzicht von Mitgliedsbeiträgen
 

Tz. 5

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Erstattet eine steuerbegünstigte Körperschaft Mitgliedsbeiträge an Mitglieder, die wegen der Corona-Krise in wirtschaftliche Not geraten sind, bzw. wird auf die Erhebung von Beiträgen deswegen verzichtet, führt dies – soweit eine solche Maßnahme lt. den Satzungsbestimmungen überhaupt zulässig sein sollte – bis zum 31.12.2020 ausnahmsweise nicht zu einer die Steuerbegünstigung gefährdenden Mittelfehlverwendung.

Auch braucht die Körperschaft sich nicht die von dem Mitglied geltend gemachte, durch die Corona-Krise verursachte, wirtschaftliche Notlage nachweisen zu lassen, wenn sich das Mitglied plausibel auf eine solche Not beruft oder sich die Notsituation des Mitglieds aus anderen Umständen ergibt.

 
Praxis-Beispiel

Beispiel:

A ist als selbständiger Künstler Mitglied im Schöne Künste Kultur e. V.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 300 EUR wird am 01.07.2020 fällig. A bittet den Vorstand des Vereins am 10.06. wegen der bei ihm bestehenden wirtschaftlichen Not um Aussetzung des Mitgliedsbeitrags für 2020. So habe er seit Mitte März 2020 keinerlei Kunstwerke mehr verkaufen können, da sämtliche Galerien, die seine Bilder veräußern, ihren Betrieb eingestellt hätten. Er sei daher zurzeit auf die Grundsicherung durch den Staat angewiesen. Er hoffe, dass sich im Sommer ggf. wieder Verkäufe realisieren lasse.

Da die Satzung für wirtschaftlich Bedürftige eine Absenkung des Beitrags bis auf 0 EUR zulässt, kann der Verein auf die Einziehung des Mitgliedsbeitrags verzichten. Eine Mittelfehlverwendung liegt nicht vor, da die wirtschaftliche Notlage des A plausibel und nachvollziehbar ist.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge