Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Ablösezahlungen und Transferentschädigungen
 

Rz. 11

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Ablösezahlungen (Transferentschädigungen), die von Vereinen der Fußball-Bundesliga im Zusammenhang mit dem Wechsel von Lizenzspielern an die abgebenden Vereine gezahlt werden, sind als Anschaffungskosten auf das immaterielle Wirtschaftsgut der exklusiven Nutzungsmöglichkeit "an dem Spieler" zu aktivieren und auf die Vertragslaufzeit abzuschreiben.

 

Rz. 12

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Werden zusätzlich Provisionen an Spielervermittler gezahlt, handelt es sich um aktivierungspflichtige Anschaffungskosten auf das immaterielle Wirtschaftsgut. Nicht zu aktivieren sind Provisionen, die im Zusammenhang mit der ablösefreien Verpflichtung eines Spielers gezahlt werden; das Gleiche gilt in Bezug auf die nach den Statuten des Deutschen Fußballbundes für die Verpflichtung bisheriger Amateure und Vertragsamateure an deren frühere Vereine zu leistenden Ausbildungs- und Förderungsentschädigungen.

 

Rz. 13

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Daher können die Ablösezahlungen nur im Rahmen der Vertragslaufzeit über die Abschreibung steuerlich als Aufwand geltend gemacht werden (BFH vom 14.11.2011, I R 108/10, BStBl II 2012, 238).

Enthält der Arbeitsvertrag mit dem Spieler eine Optionsklausel für seine Verlängerung, so ist nach allgemeinen Wahrscheinlichkeitsgesichtspunkten zu bestimmen, ob von der Option voraussichtlich Gebrauch gemacht wird. Ggf. ist von der um die Option verlängerten Vertragsdauer auszugehen.

Bei der Ermittlung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Spielerlaubnis muss außer Betracht bleiben, dass der erwerbende Verein später wieder einen Anspruch auf Transferentschädigung haben kann.

 

Rz. 14

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Erhält ein Sportler von seinem Verein beim Transfer zu einem anderen Verein aus der Ablösezahlung einen Anteil, so ist dieser Arbeitslohn. War die Ablösezahlung im Arbeitsvertrag vereinbart, liegt keine tarifbegünstigte Entschädigung i. S. v. § 24 Nr. 1 Buchst. a EStG vor. Da die Zahlung wirtschaftlich gesehen nicht für die Aufgabe der Tätigkeit bei dem alten Verein, sondern für den Beginn beim neuen Verein gezahlt wird, scheidet auch eine Tarifbegünstigung nach § 24 Nr. 1 Buchst. b EStG aus (FG Köln vom 28.08.1998, EFG 1998, 1586 rkr.).

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