Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Blutspenden als Sachspende

Stand: EL 110 – ET: 02/2019

Der Verzicht auf die kommerzielle Verwendung des eigenen Blutes ist keine Sachzuwendung/-spende i. S. d. § 10b Abs. 1 EStG (Anhang 10), da das eigene Blut keinen Vermögenswert darstellt. Die kostenlose Blutspende an das Deutsche Rote Kreuz kann daher aus Sicht der Finanzverwaltung nicht als steuerbegünstigte Zuwendung/Spende (Sachspende) i. S. v. § 10b Abs. 1 EStG (Anhang 10) beim Blutspender anerkannt werden (s. auch HMdF vom 22.10.1969, AZ: S 2223 A – 63 – II A 21). Der vorstehend zitierte Erlass ist im Einvernehmen mit dem BMF und den Finanzministern der Länder (Finanzsenatoren) ergangen und wurde durch die Vfg. der OFD Ffm. vom 15.12.1994, AZ: S 2223 A – 9 – St II 22 bestätigt. Erhält der Spender für seine Blutspende jedoch einen Geldbetrag, kann er diesen selbstverständlich spenden, s. Brandl in Blümich, EStG, § 10b Tz. 120 (Stand: August 2018). Eine andere Ansicht vertritt, dass eine Blutspende eine Sachspende darstelle, da Blut in der bei Blutspenden entnommenen Menge nach der Entnahme ein Wirtschaftsgut sei und auch einen kommerziellen Wert habe, s. Drasdo, DStR 1987, 327; Brandl in Blümich, EStG, § 10b Tz. 120 (Stand: August 2018).

Etwas anderes dürfte hinsichtlich der Spende von Organen gelten, die nicht als Sachspende anerkannt werden, s. FG Saarland vom 18.12.2008, BeckRS 2008, 26 026 818.

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