Reuber, Die Besteuerung der... / II. Stundung
 

Tz. 5

Stand: EL 101 – ET: 02/2017

Gründe, die eine Stundung von Steuerbeträgen nach § 222 AO (s. Anhang 1b) rechtfertigen, sind z. B.:

  • vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten,
  • unvorhergesehene hohe Ausgaben für notwendige Anschaffungen,
  • ein erheblicher Rückgang der Einnahmen,
  • oder wenn die steuerbegünstigen Zwecken dienende Körperschaft über keinerlei Finanzierungsmöglichkeiten mehr verfügt.

Eine steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaft ist stundungswürdig, wenn sie die mangelnde Leistungsfähigkeit nicht selbst herbeigeführt hat und mit dem Eingang der Steuerbeträge von Seiten des Finanzamts gerechnet werden kann.

 

Tz. 6

Stand: EL 101 – ET: 02/2017

Der Stundungsantrag soll von der steuerbegünstigten Zwecken dienenden Körperschaft im Regelfall schriftlich an das für sie zuständige Finanzamt gestellt werden. Der Stundungsantrag ist ausreichend zu begründen. Für gestundete Beträge sind Stundungszinsen zu entrichten (s. § 234 AO, Anhang 1b). Sie betragen 0,5 % für jeden vollen Monat der Stundung (s. § 238 AO, Anhang 1b). Die Stundungszinsen werden vom Finanzamt festgesetzt und mit einem schriftlichen Bescheid (Zinsbescheid) angefordert (s. § 239 AO, Anhang 1b). Eine Festsetzung der Zinsen erfolgt nur dann, wenn sie, bezogen auf jede Einzelforderung, mindestens 10 EUR betragen (s. § 239 Abs. 2 AO, Anhang 1b).

 

Tz. 7

Stand: EL 101 – ET: 02/2017

Für Umsatzsteuervorauszahlungen, -abschlusszahlungen und Lohnsteuerabzugsbeträge kommt eher selten eine Stundung in Betracht. Umsatzsteuer hat die steuerbegünstigten Zwecken dienende Körperschaft nach Leistungsausführung den Mitgliedern oder anderen Leistungsempfängern in Rechnung zu stellen. Lohnsteuer ist vom Bruttoarbeitslohn einzubehalten und auf Rechnung des Beschäftigten abzuführen. Derartige Steuerbeträge stellen daher bei der steuerbegünstigten Körperschaft konzeptionell nur durchlaufende Posten dar, so dass die Begründung eines Stundungsantrags anspruchsvoller ist.

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