Reuber, Die Besteuerung der... / VIII. Allgemeine Aufbewahrungsfristen

1. Aufbewahrungszeiten

 

Tz. 70

Stand: EL 106 – ET: 02/2018

Die Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen regelt § 147 AO (Anhang 1b). Bücher, Inventare, Bilanzen, Lageberichte, sonstige Aufzeichnungen einschließlich der Jahresabschlussrechnung und die zum Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und Organisationsunterlagen sind nach § 147 Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. § 147 Abs. 3 AO (Anhang 1b) zehn Jahre aufzubewahren.

Die sonstigen in § 147 Abs. 1 AO (Anhang 1b) aufgeführten Unterlagen (Handels- oder Geschäftsbriefe und sonstige Unterlagen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind) sind sechs Jahre aufzubewahren (s. § 147 Abs. 3 AO i. V. m. § 147 Abs. 1 Nr. 2, 3 AO, Anhang 1b). Die Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege (z. B. Rechnungen, Lieferscheine, Quittungen, Auftragszettel, Warenbestandsaufnahmen, Bankauszüge, Buchungsanweisungen, Gehaltslisten, Kassenberichte, Prozessakten, etc.) sind zehn Jahre aufzubewahren (es sei denn, in anderen Steuergesetzen sind kürzere Aufbewahrungsfristen wie z. B. bei Lohnunterlagen: s. § 41 Abs. 1 Satz 9 EStG zugelassen).

2. Beginn der Aufbewahrungsfrist

 

Tz. 71

Stand: EL 106 – ET: 02/2018

Die Frist zur Aufbewahrung beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in welchem die letzte Eintragung vorgenommen worden ist. Die Finanzbehörden haben das Recht, Bücher und Aufzeichnungen sowie sonstige Unterlagen für Zwecke der Besteuerung zu überprüfen. Es besteht darüber hinaus für die Verbände/Vereine die Verpflichtung, Bücher und Unterlagen dem Finanzamt auf Verlangen vorzulegen (s. § 147 Abs. 5 AO, Anhang 1b).

§ 147 Abs. 5 AO (Anhang 1b) regelt, in welcher Form Daten, die auf Bildträgern oder anderen Datenträgern gespeichert sind, den Finanzbehörden zur Verfügung gestellt werden müssen.

3. Elektronische Betriebsprüfung

 

Tz. 72

Stand: EL 106 – ET: 02/2018

Die § 147 Abs. 6 AO (Anhang 1b) und § 200 Abs. 1 AO (Anhang 1b) regeln, dass die Finanzverwaltung im Rahmen von Außenprüfungen (Umsatzsteuersonderprüfungen, Betriebsprüfungen, Nachschau) bei Vereinen und Verbänden, die ihre Bücher und Aufzeichnungen mittels eines Datenverarbeitungssystems (EDV) führen, Folgendes verlangen kann:

  • Einsicht in die gespeicherten Daten unter Heranziehung des EDV-Systems (s. § 147 Abs. 6 Satz 1 AO, Anhang 1b);
  • die maschinelle Auswertung der Daten durch den Verein/Verband nach Vorgaben, die die Finanzverwaltung wünscht (s. § 147 Abs. 6 Satz 2 AO, Anhang 1b);
  • die Zusendung der Aufzeichnungen auf einen maschinell lesbaren Datenträger (z. B. CD-ROM etc.).

Etwaige Kosten, die durch den Datenzugriff entstehen, sind vom Verein/Verband zu tragen (s. § 147 Abs. 6 Satz 3 AO, Anhang 1b). Die Finanzverwaltung kann den Zugriff auf alle steuerrelevanten Daten vornehmen, die in § 147 Abs. 1 AO (Anhang 1b) aufgeführt sind.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge