Reuber, Die Besteuerung der... / III. Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Betreuer (§ 3 Nr. 26b EStG)
 

Tz. 14

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Aufwandsentschädigungen nach § 1835a BGB sind, soweit sie zusammen mit ggf. anderen steuerfreien Einnahmen i. S. d. § 3 Nr. 26 EStG den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 Satz 1 EStG von 2 400 EUR nicht überschreiten, steuerfrei (§ 3 Nr. 26b EStG).

 

Tz. 15

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Aufwandsentschädigungen nach § 1835a BGB können Steuerpflichtige erhalten, die als ehrenamtliche Vormünder (§§ 1793ff. BGB), ehrenamtliche rechtliche Betreuer (§§ 1896ff. BGB) oder als ehrenamtliche Pfleger (§§ 1909ff. BGB) bestellt sind. Die Aufwandsentschädigung kann für ein Jahr dem Neunzehnfachen dessen entsprechen, was einem Zeugen als Höchstbetrag der Entschädigung für eine Stunde versäumter Arbeitszeit (§ 22 des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes) gewährt werden kann (§ 1835a Abs. 1 HS 2 BGB).

 

Tz. 16

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Die Befreiung eine Aufwandsentschädigung erfolgt jedoch nur maximal in Höhe des Übungsleiterpauschbetrags nach § 3 Nr. 26 EStG von 2 400 EUR. D.h. bei einem Überschreiten dieses Freibetrags unterliegt der übersteigende Teil der Aufwandsentschädigung der Besteuerung.

So gehören die gezahlten Aufwandsentschädigungen bei einem ehrenamtlich tätigen Betreuer zu den sonstigen vermögensverwaltenden Tätigkeiten nach § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG.

Bei der Inanspruchnahme des Freibetrags von 2 400 EUR ist zu beachten, dass daneben erhaltene Übungsleitervergütungen i. S. d. § 3 Nr. 26 EStG mit den Aufwandsentschädigungen nach § 1835a BGB zusammengerechnet werden.

 

Beispiel:

Alfons Gütig ist als Übungsleiter in der Seniorensportgruppe des steuerbegünstigten TUS Hurtig e. V. tätig. Für diese Tätigkeit erhält er eine – der Höhe nach angemessene – Übungsleitervergütung von 500 EUR. Daneben ist Alfons Gütig als ehrenamtlicher Betreuer für einige Bewohner seiner Gemeinde bestellt worden. Hierfür erhält er eine Aufwandsentschädigung nach § 1835a BGB i. H. v. 2 000 EUR.

Ergebnis:

Die Aufwandsentschädigung nach § 1835a BGB ist nach § 3 Nr. 26b EStG grundsätzlich steuerfrei. Soweit die Aufwandsentschädigung jedoch zusammen mit der Übungsleitervergütung den Übungsleiterfreibetrag von 2 400 EUR übersteigt, ist diese Aufwandsentschädigung einkommensteuerpflichtig. Hier wird der Übungsleiterfreibetrag um 100 EUR überschritten (500 EUR nach § 3 Nr. 26 EStG + 2 000 EUR nach § 3 Nr. 26b EStG = 2 500 EUR).

 

Tz. 17

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

Nicht abschließend geklärt ist derzeit die Frage, ob die Aufwandsentschädigung nach § 1835a BGG neben der Befreiung nach § 3 Nr. 26b EStG nicht gleichzeitig auch die Voraussetzungen für eine Befreiung nach § 3 Nr. 12 EStG erfüllt. Das hätte zur Folge, dass die erhaltenen Aufwandsentschädigungen nach § 1835a BGG selbst dann steuerfrei blieben, wenn sie mehr als 2 400 EUR/Jahr betragen.

Während die Finanzverwaltung davon ausgeht, dass § 3 Nr. 26b EStG als lex specialis § 3 Nr. 12 EStG verdrängt, hat der BFH (Urteil vom 17.10.2012, VIII R 57/09, BStBl II 2013, 799) diese Frage ausdrücklich offengelassen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge