Reuber, Die Besteuerung der... / 4.7 Rückgängigmachung des Investitionsabzugsbetrags
 

Tz. 71

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Werden bis zum Ende des dreijährigen Investitionszeitraums keine (ausreichend) begünstigte Investitionen getätigt, die zu einer gewinnwirksamen Hinzurechnung des Investitionsabzugsbetrags geführt haben, sind noch nicht verbrauchte Investitionsabzugsbeträge bei der Veranlagung rückgängig zu machen, bei der der Abzug vorgenommen wurde (§ 7g Abs. 3 EStG). In diesem Fall korrigiert das Finanzamt die Steuerfestsetzung des Wirtschaftsjahrs, in dem der Investitionsabzugsbetrag als Aufwand berücksichtigt wurde. Die sich daraus ergebende Steuernachzahlung wird zudem nach § 233a AO (Anhang 1b) verzinst. Die Verzinsung beginnt nach Ablauf von 15 Monaten nach dem Ende des Ursprungsjahres und ist mit 0,5 % pro Monat zu berechnen.

Achtung!

Der dreijährige Investitionszeitraum für einen in 2017 gebildeten Investitionsabzugsbetrag wurde im Rahmen des Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz vom 29.06.2020 (BGBl I 2020, 1512) um ein weiteres Jahr verlängert (§ 52 Abs. 16 EStG, Anhang 10). D.h. bei einem kalendergleichem Wirtschaftsjahr muss die Investition nun nicht mehr bis Ende 2020, sondern erst bis Ende 2021 erfolgen, um eine Rückgängigmachung des nicht investierten Abzugsbetrags zu vermeiden.

 

Tz. 72

Stand: EL 119 – ET: 11/2020

Auf Antrag des Steuerpflichtigen können Investitionsabzugsbeträge auch vorher freiwillig ganz oder teilweise rückgängig gemacht werden (§ 7g Abs. 3 EStG).

Dies kommt insbesondere dann in Betracht, wenn die ursprüngliche Investitionsabsicht nicht mehr verfolgt wird. Damit kann der Zeitraum der Zinsfestsetzung nach § 233a AO (Anhang 1b) verkürzt werden.

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