Gilt ein Kassensystem als manipulierbar, drohen Hinzuschätzungen vom Finanzamt. Bild: Corbis

Das FG Münster hat entschieden, unter welchen Voraussetzungen ein PC-gestütztes Kassensystem nicht als manipulierbar gilt.

In dem Urteilsfall des FG Münster wurde ein auf der Software Microsoft Access basierendes Kassensystem als manipulationsanfällig angesehen. Hierfür holte das Gericht sogar ein Sachverständigengutachten zur Frage der Manipulierbarkeit der Kasse ein. Das Gutachten stellte fest, dass das vom Kläger verwendete System, welches auf die Software Microsoft Access zurückgreife, aufgrund der Verknüpfung verschiedener Datenbankdateien zwar nur schwierig zu manipulieren sei. Doch geschulte Personen mit EDV-Kenntnissen bzw. unter Einsatz entsprechender Programme könnten Manipulationen ohne Rückverfolgung im Nachhinein erfolgen. Problematisch war hier das Fehlen der Programmierprotokolle. Dies stellt laut Gericht, gerade bei bargeldintensiven Betrieben wie hier bei einem Friseursalon, einen gewichtigen formellen Mangel dar.

FG Münster, Urteil v. 29.3.2017, 7 K 3675/13, Mitteilung v. 18.4.2017

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