21.01.2016 | DIW-Studie

Niedriger Steuersatz statt Ausnahmen für Firmenerben

DIW: Steuervergünstigungen bei Firmenübertragungen radikal abbauen und Steuersätze senken.
Bild: DIW Berlin

Die bisher geplante Reform der Erbschaftsteuer hält das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für keine gute Lösung.

Die große Koalition habe sich "im Geflecht der widerstreitenden Ziele verfangen", kritisierte DIW-Steuerexperte Stefan Bach am Mittwoch. Demnach sollen die weitgehend steuerfreien Übertragungen für große Unternehmen eingeschränkt werden. Zugleich wehrten sich Familienunternehmer aber dagegen, mehr Steuern zahlen zu müssen.

Das DIW empfiehlt in einer Studie, die Steuervergünstigungen bei Firmenübertragungen radikal abzubauen. "Dann könnte man die Steuersätze stark absenken, auf maximal 15 Prozent, dass sie auch für Unternehmen noch zu tragen sind", meinte Bach. Mit einer solchen Reform könnte man auf längere Sicht sogar mehr Steuern einnehmen.

Nach DIW-Schätzung werden 30 bis 40 Milliarden EUR pro Jahr in Form von Unternehmensübertragungen an die nächste Generation weitergegeben. Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende 2014 die Begünstigung von Firmenerben in der bisherigen Form gekippt und eine Korrektur bis Mitte 2016 verlangt. Union und SPD haben sich noch nicht endgültig auf ein Reformkonzept verständigt, wollen dies aber noch im ersten Vierteljahr tun.

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Schlagworte zum Thema:  Steueränderungen, Erbschaftsteuer, Unternehmensnachfolge

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