Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 6.2 Nachlassverfahren: Testamentsvollstreckung
 

Rz. 92

I.d.R. ist in den Ländern mit Common law eine Testamentsvollstreckung zwangsweise vorgeschrieben. So ordnet das englische Erbrecht eine strikte Trennung zwischen Erbschaftsverwaltung und Nachlassverteilung an. Mit dem Eintritt des Erbfalls geht der Nachlass nicht unmittelbar auf den oder die Erben über. Vielmehr wird die Erbschaft zunächst auf einen Testamentsvollstrecker (sog. Personal representative) übertragen, dem es obliegt, im Wege einer gesetzlich angeordneten Nachlassverwaltung (Administration of estate) die Nachlassverbindlichkeiten, so auch die Erbschaftsteuer, zu begleichen. Anschließend verteilt er den Überschuss an die Personen, die kraft Gesetz oder Testament letztlich begünstigt werden sollen. Ein derartig förmliches Verfahren ist in Ländern mit romanischem Recht nicht zwingend notwendig und auch nicht üblich. Zum Antritt der Gesamtrechtsnachfolge, die gewöhnlich im Zeitpunkt des Todes beginnt, ist allenfalls noch die Annahme des Erbes durch Erklärung vor dem Nachlassgericht erforderlich.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Preißer, Erbschaft- und Schenkungsteuer (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Preißer, Erbschaft- und Schenkungsteuer (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge