Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 4.1 Aufbau von Kollisionsnormen
 

Rz. 13

Zum Verständnis der Anwendung der kollisionsrechtlichen Vorschriften ist deren Aufbau zu beleuchten. Eine Kollisionsnorm setzt sich aus Tatbestand und Rechtsfolge zusammen. Diese Rechtsfolge bezeichnet das anwendbare Recht. Auf der Tatbestandsseite enthält die Kollisionsnorm einen Anknüpfungsgegenstand, der ein abstrakt umschriebenes Rechtsgebiet (z. B. Art. 21 EU-ErbVO: Rechtsnachfolge von Todes wegen) bezeichnet und einen Anknüpfungspunkt (Art. 21 EU-ErbVO: gewöhnlicher Aufenthalt), der die Verbindung zwischen der anwendbaren Rechtsordnung und dem Anknüpfungsgegenstand herstellt.

 

Rz. 14

Der Anknüpfungsgegenstand definiert den Anwendungsbereich der Kollisionsnorm und bestimmt somit die maßgebliche Kollisionsnorm. Er fasst Sachverhaltsgruppen bzw. Rechtsfragen unter einem Sammelbegriff zusammen. Der Begriff der Qualifikation bezeichnet die Zuordnung der Rechtsfrage zu einer bestimmten Kollisionsnorm.

 
Praxis-Beispiel

Art. 21 EU-ErbVO regelt zwar das Erbstatut, d. h. das auf einen Erbfall anwendbare Recht, nicht jedoch die Frage, welche Formvorschriften ein Testament zu erfüllen hat. Diese Frage regelt Art. 27 EU-ErbVO.

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