Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 2 Erbschaftsteuerrecht
 

Rz. 11

Die USA besteuern im Rahmen der unbeschränkten Steuerpflicht weltweit Nachlässe und Schenkungen von US-Staatsbürgern und Greencard-Inhabern ohne US-Staatsbürgerschaft. Sonderregelungen für ehemalige Staatsangehörige und Greencardholder erweitern die unbeschränkte Steuerpflicht in den USA ähnlich der erweitert beschränkten Steuerpflicht in Deutschland. Im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht wird die Übertragung von in den USA belegenem Grundbesitz, auch wenn dieser in einer Personengesellschaft gehalten wird, und werden bestimmte bewegliche körperlichen Gegenständen von der Besteuerung erfasst.

 

Rz. 12

Die USA erheben auf Bundesebene und Staatenebene Nachlass- und Schenkungsteuer. Aufgrund eines Gesetzesbeschlusses wurde die Nachlasssteuer im Jahr 2010 auf dieses Jahr befristet abgeschafft. Auf einkommensteuerlicher Seite hatte dies zur Folge, dass der bisher im Rahmen der Rechtsnachfolge von Todes wegen gewährte Step-up auf Veräußerungsgewinne in diesem Jahr nicht mehr gewährt wurde. Später einigte man sich darauf, dass nur in den Jahren 2011 und 2012 ein Spitzensteuersatz von 35 % und ein allgemeiner Nachlassfreibetrag von 5 Mio. USD galt. Der Freibetrag wird nunmehr jährlich inflationsindexiert und beträgt im Jahr 2017 ca. 5,49 Mio. USD. Seit dem Jahr 2011 ist auch der Freibetrag zwischen Ehepartnern übertragbar, wenn er beim Tod eines Ehegatten nicht ausgenutzt worden ist.

 

Rz. 13

Die Schenkungsteuer ist enger gefasst als die Nachlasssteuer. Sie erfasst nicht immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere Gesellschaftsbeteiligungen.

 

Rz. 14

Die Bewertung des Vermögens für Steuerzwecke erfolgt in der Regel nach dem Verkehrswert zum Zeitpunkt des Todes/der Schenkung. Für die Nachlasssteuer kann wahlweise einheitlich für alle Vermögenswerte der Verkehrswert im Zeitpunkt von exakt sechs Monaten nach dem Tod des Erblassers angesetzt werden. Schulden und Verbindlichkeiten, die mit dem der Nachlasssteuer unterliegenden Vermögen in Zusammenhang stehen, können in Abzug gebracht werden. Der Ertragswert kann für Grundbesitz in Ansatz gebracht werden, soweit dieser gewerblichen, freiberuflichen und/oder land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dient.

 

Rz. 15

Für die Schenkungsteuer besteht ein gleich hoher Freibetrag wie für die Nachlasssteuer. Der Freibetrag bei der Nachlasssteuer betrug im Jahr 2013 5.000.000 USD und im Jahr 2016 5.450.000 USD. Dieser Freibetrag kann auch im Rahmen von Schenkungen genutzt werden, allerdings unter Verringerung des Freibetrages für die Nachlasssteuer. Übertragungen von Vermögen an gebietsansässige Ehegatten mit US-Staatsangehörigkeit sind steuerfrei. Die auf Staatenebene erhobenen Nachlasssteuern werden durch einen pauschalen Abzug von der Steuerschuld der Bundessteuer berücksichtigt.

Die Bundessteuern folgen einem progressiven Steuertarif. Der Spitzensteuersatz in 2013 betrug 40 %.

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