Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 2 Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
 

Rz. 9

Der unbeschränkten Erbschaft- und Schenkungsteuerpflicht unterliegen grundsätzlich türkische Staatsangehörige als Übertragende bzw. Schenker. Dies gilt nicht, wenn auf ausländische Staatsbürger Vermögen übergeht, das nicht in der Türkei belegen ist. Ebenfalls unter die unbeschränkte Steuerpflicht fallen türkische Staatsangehörige, die Vermögen erwerben. In der Türkei belegenes Vermögen unterliegt stets der Besteuerung. Die Steuerschuld entsteht im Zeitpunkt des Todes oder der Schenkung.

 

Rz. 10

Die Türkei hat keine Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaft- und Schenkungsteuer abgeschlossen. Ausländische Erbschaft- oder Schenkungsteuer kann jedoch insoweit von der steuerlichen Bemessungsgrundlage abgezogen werden als hierüber ein Nachweis erbracht wird.

 

Rz. 11

Der Steuerwert bei Erwerben von Todes wegen bemisst sich nach dem Verkehrswert am Tag der Eröffnung des Nachlasses. Im Falle von Schenkungen entspricht der Bewertungsstichtag dem zivilrechtlichen Erwerbszeitpunkt des jeweiligen Vermögensgegenstands. Unternehmensvermögen wird mit dem Wert des Eigenkapitals angesetzt. (Un-)bewegliches Vermögen (einschl. Grundstücke) und Schiffe unterliegen mit dem Verkehrswert der Besteuerung. Verbindlichkeiten und Bestattungskosten mindern die Bemessungsgrundlage. Vermögensübertragungen auf steuerbefreite Stiftungen sind von der Steuer befreit. Gleiches gilt für Pensionsfonds, Sozialversicherungsträger, politische Parteien, Regierungsbehörden sowie Einrichtungen zur Förderung der Kultur, des Sports, der Wissenschaft und der Bildung.

 

Rz. 12

Im Erbfall wird für jeden Erwerber ein Freibetrag von 176.600 TRY gewährt. Hinterlässt der Erblasser weder Kinder noch Enkel, erhält der überlebende Ehegatte einen Freibetrag i. H. v. 353.417 TRY. Bei Schenkungen wird ein Freibetrag von 4.068 TRY gewährt. Steuerbefreit ist der Erwerb von Hausrat und persönlichen (beweglichen) Gegenständen. Die Steuersätze variieren in Abhängigkeit von der Höhe der Bemessungsgrundlage sowie dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Erben bzw. Schenker und Beschenktem.

 
Bemessungsgrundlage (TRY) Steuersatz Erbschaften Steuersatz Schenkungen
Bis zu 210.000 1 % 10 %
Die über die vorherige Wertgrenze hinausgehenden 500.000 3 % 15 %
Die über die vorherige Wertgrenze hinausgehenden 1.110.000 5 % 20 %
Die über die vorherige Wertgrenze hinausgehenden 2.000.000 7 % 25 %
Darüber hinaus   10 % 30 %

Der Steuersatz auf Schenkungen von Eltern, Ehegatten und Kindern, nicht jedoch Adoptivkindern, wird um 50 % reduziert. Die Steuer kann innerhalb von drei Jahren nach der Veranlagung in zwei jährlichen Raten jeweils im Mai und November beglichen werden.

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