Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 2 Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
 

Rz. 11

Irland erhebt Erbschaft- und Schenkungsteuer (Capital Acquisitions Tax, CAT). Unbeschränkt steuerpflichtig mit dem Weltvermögen bzw. dem weltweiten Erwerb sind Erblasser, Schenker oder Erwerber, die ihren Wohnsitz in Irland haben. Für die Begründung eines Wohnsitzes (Residence) ist eine tatsächliche Anwesenheit von insgesamt mindestens 183 Tagen p. a. erforderlich. Die Begründung eines Domicile ist nicht erforderlich; besteht ein Domicile im Ausland, entsteht die unbeschränkte Steuerpflicht erst nach fünf Jahren Ansässigkeit.

 

Rz. 12

Der beschränkten Steuerpflicht unterliegt das in Irland belegene Vermögen. Zu beachten ist, dass auch in Irland der Begriff des Inlandsvermögens vom deutschen Verständnis abweicht, so dass es zu Anrechnungsüberhängen kommen kann.

 

Rz. 13

Ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaft- und Schenkungsteuer besteht zwischen Deutschland und Irland nicht. Irland hat lediglich mit Großbritannien und den USA (für Erwerbe von Todes wegen) ein entsprechendes Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.

 

Rz. 14

Das übergehende Vermögen wird grundsätzlich mit dem Verkehrswert bewertet. Bei irländischem Betriebsvermögen wird ein Bewertungsabschlag von 90 % gewährt, wenn es sich nicht um eine Investmentgesellschaft handelt. Gleiches gilt für bestimmtes land- und forstwirtschaftliches Vermögen innerhalb der EU, wenn es auf einen Landwirt übergeht. Für die Gewährung des Bewertungsabschlags sind jeweils verschiedene Anforderungen an das zu übertragende Vermögen zu erfüllen. Zudem sind Haltefristen zu beachten, andernfalls kommt es zu einer (ggf. anteiligen) Nachversteuerung. Nachlassverbindlichkeiten sind vom Erwerb in Abzug zu bringen.

 

Rz. 15

Weiterhin bestehen verschiedene sachliche Steuerbefreiungen, z. B. für das vom Erblasser mit minderjährigen Kindern bewohnte Wohnhaus oder für Gegenstände von besonderer historischer, wissenschaftlicher oder künstlerischer Bedeutung, wenn diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Des Weiteren sind u. a. Vermögensübertragungen an gemeinnützige Organisationen steuerbefreit. Gleiches gilt für Erbschaftsteuerversicherungen insoweit diese zur Entrichtung der CAT verwendet werden sowie Lebensversicherungen.

 

Rz. 16

Die persönlichen Freibeträge betragen derzeit (ab 12.10.2016) für Zuwendungen zugunsten von (Stief-)Kindern, minderjährigen Kindern verstorbener Kinder, Elternteile und überlebende Ehegatten eines verstorbenen Kindes 310.000 EUR. Vorfahren und Abkömmlinge in gerader Linie, die nicht unter die vorgenannten Personen fallen, sowie Brüder, Schwestern, Neffen und Nichten erhalten einen Freibetrag von 32.500 EUR. Für alle übrigen Erwerber wird ein Freibetrag von 16.250 EUR gewährt. Die Erwerbe von Ehegatten/Lebenspartnern sind steuerfrei. Bei Schenkungen ist der Erwerb von 3.000 EUR p. a. von derselben Person steuerfrei. Der lineare Steuertarif beträgt gegenwärtig 33 %.

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