Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 2 Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
 

Rz. 19

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer wurde durch die Regierung Berlusconi mit Wirkung für Erbfälle nach dem 25.10.2001 abgeschafft, jedoch rückwirkend zum 03.10.2006 (Erbschaften) bzw. 01.01.2007 (Schenkungen) wieder eingeführt.

 

Rz. 20

Der unbeschränkten Erbschaft-/Schenkungsteuerpflicht unterliegen mit ihrem Weltvermögen Erblasser oder Schenker, die in Italien ansässig sind; auf die Ansässigkeit des jeweiligen Erwerbers kommt es hingegen nicht an. Der beschränkten Erbschaft- und Schenkungsteuerpflicht unterliegen in Italien belegene Güter, hierzu zählen auch

  • Güter, die in öffentlichen Registern eingetragen sind (Immobilien, Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge);
  • Aktien und Anteile an Gesellschaften, die in Italien einen Firmen- oder Verwaltungssitz haben bzw. ihre Haupttätigkeit ausüben;
  • Schuldverschreibungen und andere Wertpapiere, die keine Aktien sind;
  • Guthaben, Wechsel, Schecks, soweit der Schuldner oder Emittent in Italien ansässig ist.

Schuldverschreibungen, die vom italienischen Staat oder einem Staat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums emittiert wurden, sind nicht steuerpflichtig.

 

Rz. 21

Die Bewertung des Vermögens erfolgt grundsätzlich zu Verkehrswerten. Bei in Italien belegenen Wohnimmobilien kann der ggf. deutlich geringere Katasterwert angesetzt werden. Nachlassverbindlichkeiten können bei entsprechendem Nachweis abgezogen werden.

 

Rz. 22

Grundsätzlich steuerfrei sind gesetzliche Renten und Lebensversicherungen sowie Unfallrenten, wobei hier im Einzelnen bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen sind. Steuerfrei ist weiterhin der Erwerb von Betriebsvermögen durch Kinder, wenn der Begünstigte die Mehrheit der Stimmrechte erhält, diese Beteiligung mindestens fünf Jahre hält und das Unternehmen fünf Jahre fortführt. Ein Verstoß gegen die Behaltensfristen löst die ohne Befreiung geschuldete Steuer sowie einen Zuschlag in Höhe von 30 % des Steuerbetrages aus.

 

Rz. 23

Ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaft- und Schenkungsteuer besteht zwischen Deutschland und Italien nicht. Italien hat lediglich mit Dänemark, Großbritannien, Griechenland, Schweden und den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer abgeschlossen. Das Abkommen mit den USA umfasst hingegen nur die Erbschaftsteuer. Im Verhältnis zu Deutschland kommt nur eine Anrechnung der italienischen auf die deutsche Erbschaft-/Schenkungsteuer in Betracht. Dies kann aufgrund der Unterschiede in der Definition des Inlandsvermögens zu Anrechnungsüberhängen führen.

 

Rz. 24

Der Steuersatz beträgt für

 
  • Ehegatten und Verwandte in gerader Linie
4 %,
  • Verwandte bis zum 4. Grad, Verschwägerte in gerader Linie und ­Verschwägerte in der Seitenlinie bis zum 3. Grad
6 %,
  • sonstige Erwerber
8 %.

Bei im steuerpflichtigen Erwerb enthaltenen Immobilien sind zusätzlich Hypothekar- und Katastersteuern im Umfang von bis zu 3 % des maßgeblichen Immobilienwertes zu entrichten.

 

Rz. 25

Ehegatten und Verwandten in gerader Linie steht ein Freibetrag von 1.000.000 EUR zu; Geschwistern steht ein Freibetrag von je 100.000 EUR zu. Für Schenkungen gilt dieser Freibetrag ohne zeitliche Beschränkung für alle Zuwendungen eines Schenkers. Schwerbehinderten steht stets ein Freibetrag von 1.500.000 EUR zu. Sonstige Erwerber verfügen über keinen persönlichen Freibetrag. Steuerschuldner ist der Erwerber.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Preißer, Erbschaft- und Schenkungsteuer (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Preißer, Erbschaft- und Schenkungsteuer (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge