Preißer/Rödl/Seltenreich, E... / 1.1 Internationales Privatrecht
 

Rz. 2

Das liechtensteinische Kollisionsrecht beruht auf dem Prinzip der Nachlasseinheit. Für die Rechtsnachfolge von Todes wegen ist das Heimatrecht des Erblassers im Zeitpunkt seines Todes maßgebend. Hat eine Person neben einer fremden Staatsangehörigkeit auch das liechtensteinische Landesbürgerrecht, so ist dieses maßgebend. Auf die Nachfolge anderer Mehrstaater ist die Staatsangehörigkeit des Staates anzuwenden, zu dem die stärkste Bindung besteht. Wird eine Verlassenschaftsabhandlung von einem liechtensteinischen Gericht durchgeführt, so ist die Rechtsnachfolge von Todes wegen grundsätzlich nach liechtensteinischem Recht zu beurteilen. Der Erblasser kann jedoch durch letztwillige Verfügung oder Erbvertrag seine Rechtsnachfolge einem seiner Heimatrechte oder dem Recht des Staates seines letzten gewöhnlichen Aufenthaltes unterstellen.

 

Rz. 3

Die Testierfähigkeit und die sonstigen Erfordernisse für die Gültigkeit einer letztwilligen Verfügung, eines Erbvertrages oder eines Erbverzichtvertrages sind gegeben, wenn die Gültigkeitserfordernisse eines der folgenden Statute erfüllt sind:

  • Heimatrecht des Erblassers im Zeitpunkt der Rechtshandlung oder im Zeitpunkt seines Todes;
  • Recht des Staates, in dem der Erblasser im Zeitpunkt der Rechtshandlung oder im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte;
  • liechtensteinisches Recht, sofern die Verlassenschaftsabhandlung vor einem liechtensteinischen Gericht durchgeführt wird;
  • Recht des Errichtungsorts (nur bezüglich der Formwirksamkeit von Testamenten und Erbverträgen).

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