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Verfolgen Sie beim Texten einen problem- und nutzenorientierten Ansatz. Bild: Panthermedia

Gerade im Internet kommt es darauf an, die Botschaften schnell auf den Punkt zu bringen, ansonsten wird die Kanzlei-Webseite einfach weggeklickt.

Auch hier lohnt es sich, die Dienstleistungen nach Zielgruppen zu ordnen, damit der Nutzen deutlich wird: "Unternehmer", "Arbeitnehmer" usw. – die Begriffe müssen dem Besucher der Kanzlei-Homepage vertraut sein. Entsprechendes gilt für eine Branchenorientierung, die die einzelnen Branchen direkt benennen sollte, z. B. "Handwerker", "Handelsunternehmer". Formulieren Sie Ihre Texte unter dem Motto: Sie suchen… – hier finden Sie… Verwenden Sie konkrete Aussagen, keine Allgemeinplätze - der Leser soll sich direkt angesprochen fühlen.

Der lesenswerte Inhalt – "Content is King"

Verfassen Sie die Texte für Ihre Kanzlei-Webseite unter dem Gesichtspunkt: Welches Problem löse ich für Mandanten, welche Informationen lassen ihn das erkennen und helfen ihm weiter. Wenn Sie möchten, dass Ihre Mandanten und Interessenten die Kanzlei-Webseite regelmäßig besuchen, müssen Sie ihnen einen Grund dafür geben, was u. a. bedeutet, ständig aktuelle Meldungen einzustellen. Erstellen Sie sich einen Aktualisierungskalender bzw. beauftragen Sie einen Mitarbeiter damit, monatlich, besser 14-täglich neue Beiträge einzupflegen.

Problem- und nutzenorientierter Ansatz beim Texten

Machen Sie es nicht so wie ca. 80 % der Steuerberater, die sich auf ihrer Kanzlei-Homepage unter dem Menüpunkt "Leistungen" mit einer Aufzählung der Tätigkeitsfelder wie "Finanzbuchhaltung", "Lohn", "Jahresabschluss" usw. begnügen.

Wenn Sie beispielsweise im Internet einen Zahnarzt suchen - für welchen entscheiden Sie sich? Für denjenigen, der "Plomben, Brücken und Inlay-Behandlung" anpreist oder denjenigen, der eine "garantiert schmerzfreie und entspannte Behandlung" anbietet?

Auf Steuerberatungskanzleien übertragen führt der problem-  und nutzenorientierte Ansatz etwa zu Botschaften wie: "Sie sind Unternehmer und wollen Ihre Kosten im Griff behalten?" – "Sie möchten lästigen Papierkram loswerden?" oder "Unglaublich aber wahr: Wir lieben Belege und nehmen sie Ihnen gerne ab".

Welche Inhalte sollten Sie präsentieren?

Gerade die bestehenden Mandanten erfahren gern mehr über die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten. Aber auch der Internetnutzer, der hier zum ersten Mal die Kanzlei-Homepage besucht, möchte wissen, mit wem er es zu tun hat. Lassen Sie deshalb z. B. Mitarbeiter berichten, welches Seminar sie gerade besucht haben. Oder zeigen Sie Fotos vom letzten Betriebsausflug. Eine Kurzinformation über die letzte Mandantenveranstaltung ist ebenso angezeigt, wie ein (Erlebnis-)Bericht über die Teilnahme der Kanzleimitarbeiter am Stadtlauf. Kanzlei-Webstatistiken zeigen, dass der Bereich "Kanzleiintern" in der Regel die meisten Besucher aufweist.

Ausschließlich aktuelle steuerliche Informationen machen in den seltensten Fällen aus Mandanten begeisterte Besucher Ihrer Kanzlei-Webseite. Nach wie vor geht die Erwartungshaltung des Mandanten dahin, dass rechtliche Änderungen, die ihn betreffen, ohnehin im Rahmen des Beratungsgeschäfts berücksichtigt werden. Die auf der Kanzlei-Homepage vorgestellten Informationen müssen ihm also einen zusätzlichen Nutzen bieten.

Mögliche Informationen für Ihrem Internet-Auftritt sind beispielsweise:

  • Praxis-Tipps für den Unternehmeralltag, etwa zu Ordnungssystemen für den Schreibtisch, den aktuellen Kennzahlen oder das Bankgespräch. 
  • Für den Privatmandanten kommen praktische Tipps zum Steuersparen, zur Immobilienfinanzierung oder den Themenfeldern Familie und Beruf in Betracht. Weisen Sie Ihre Bestandsmandanten in jeder E-Mail und jedem Brief auf aktuelle Informationen zu dieser Berichtsrubrik hin. Ändern Sie dabei immer wieder den Hinweis, der den neuen Praxis-Tipp zur Lektüre empfiehlt. Denn das Interesse des Mandanten muss immer wieder aufs Neue geweckt werden. Weisen Sie nicht einfach pauschal auf Ihre Kanzlei-Webseite hin, sondern formulieren Sie so, dass die Nutzwertigkeit der Information erkennbar wird, z. B.: "Das interessiert Sie bestimmt: Wie Sie Steuernachzahlungen vermeiden. Aktuell unter www.kanzleiname.de"
  • Die Steuertermine können eine sinnvolle Ergänzung sein, sind jedoch nur für Mandanten interessant, die sich selbst um die Abgabe der Erklärungen kümmern und dem Finanzamt keine Einzugsermächtigung erteilt haben.
  • Auf jeden Fall sollten Sie Kanzleiveranstaltungen ankündigen und auf Ihre Referententätigkeit hinweisen. Einige Kanzleien erwähnen auch Fortbildungsveranstaltungen, die die Chefs oder die Mitarbeiter besuchen. So wird Kompetenz und Qualitätsbewusstsein demonstriert.

Fragen Sie sich, welche Informationen häufig von Mandanten nachgefragt werden. Stellen Sie auf der Kanzlei-Webseite ein entsprechendes Service-Paket zur Verfügung, das der Mandant bei Bedarf herunterladen kann. Sei es die Reisekostentabelle, ein Vordruck für das Fahrtenbuch, notwendige Angaben zur Rechnung, ein Beispiel für einen Bewirtungsbeleg, Lohnmitteilungen etc. Auch Kalkulationsrechner zum Brutto-Netto-Lohn oder Stundensätzen werden gern genutzt. Ein Service-Paket bietet aber nicht nur mandantenorientierten Nutzen, sondern hat außerdem den Vorteil, dass Ihre Kanzlei-Homepage bei entsprechenden Suchanfragen im Internet zu diesen Stichworten gefunden wird und so Interessenten auf Ihre Kanzlei aufmerksam werden.

Schlagworte zum Thema:  Steuerberatung, Kanzleimarketing, Steuerberater, Kanzleimanagement

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