27.10.2015 | Serie Nettolohnoptimierung durch Entgeltumwandlung

Teil 1 - Voraussetzungen einer Gehaltsumwandlung

Serienelemente
Mehr Netto vom Brutto durch steuerfreie und pauschalversteuerte Arbeitgeberleistungen
Bild: Marcus Surges

Die Finanzverwaltung hat in einem aktuellen Erlass ausführlich zur Nettolohnoptimierung durch Gehaltsumwandlung Stellung genommen. Derartige Gestaltungen werden zum Teil modellhaft angeboten und sollten in vielen Fällen durch eine Anrufungsauskunft beim Finanzamt abgesegnet werden.

Die Modelle zur Entgeltumwandlung werden von der Finanzverwaltung teilweise anerkannt, allerdings gilt es eine Reihe von Voraussetzungen einzuhalten und Stolperfallen zu vermeiden. In unserer kleinen Serie erfahren Sie alle Einzelheiten, damit das auch gelingt.

Steuern und Sozialversicherung sparen

Angestrebt wird die Umwandlung von steuerpflichtigem Arbeitslohn in eine steuerfreie oder zumindest pauschal versteuerte Zuwendung. Regelmäßig sind dann auch keine Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten. Das ist praktisch bei nahezu jedem Mitarbeiter und in jeder Branche in gewissem Umfang möglich.

Umwandlung vor Entstehung des Vergütungsanspruchs

Bei Gehaltsoptimierungsmodellen erfolgt die Umwandlung oftmals auf der Basis neuer Arbeitsverträge, weil einige Steuervergünstigungen zusätzliche Leistungen voraussetzen und eine Umwandlung eigentlich ausgeschlossen ist. Die jeweiligen Arbeitgeber beabsichtigen dabei, bestehende befristete Arbeitsverträge auslaufen zu lassen und anschließend Arbeitsverträge mit geändertem Inhalt zu schließen beziehungsweise bei unbefristeten Arbeitsverträgen Änderungsverträge abzuschließen.

Generell setzt die steuerliche Anerkennung einer Gehaltsumwandlung voraus, dass die Vereinbarungen vor der Entstehung des Lohnanspruchs zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber abgeschlossen werden muss. Das ist regelmäßig vor Fälligkeit der entsprechenden Lohnzahlungen der Fall.

Umwandlung von Barlohn in einen Sachbezug

Verzichtet ein Arbeitnehmer unter Änderung des Anstellungs- oder Arbeitsvertrages auf einen Teil seines Barlohns und gewährt ihm der Arbeitgeber statt dessen Sachlohn, zum Beispiel in Form eines Nutzungsvorteils, ist der verbliebene Barlohn mit dem Nennwert anzusetzen und der Sachlohn nach Sachbezugsgrundsätzen zu bewerten.

Steuerlich ist das vor allem dann interessant, wenn das vom Arbeitnehmer an den Arbeitgeber zu entrichtende Entgelt höher ist als die steuerliche Bewertung des gleichwertigen Sachbezugs. Dies ist häufig der Fall bei der 1 %-Regelung bei Pkw-Nutzung, bei Sachbezugswerten für Mahlzeiten oder bei Nutzung des 1.080-Euro-Rabattfreibetrages.

Der bisherige Brutto-Barlohn darf nicht mehr in der Lohn-/Gehaltsabrechnung aufgeführt werden, sondern nur noch der verminderte Bruttobarlohn.

Umwandlung im weiteren Sinn: Nur bei Zusätzlichkeit

Steuerbegünstigte Barlohnumwandlungen sind in einigen Fällen nur zulässig, wenn die Leistungen des Arbeitgebers zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden - sogenannte Zusätzlichkeitsvoraussetzung. Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn werden Leistungen nach Auffassung der Finanzverwaltung erbracht, wenn sie zu dem Arbeitslohn hinzukommen, den der Arbeitgeber arbeitsrechtlich schuldet.

Hinweis: OFD Nordrhein-Westfalen v. 9.7.2015, Kurzinfo LSt 05/2015 zur Nettolohnoptimierung durch steuerfreie und pauschalbesteuerte Arbeitgeberleistungen.

Im nächsten Teil unserer Serie lesen Sie bei welchen Entgeltextras eine Gehaltsumwandlung nur möglich ist, wenn sie zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden.

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