Arbeitgeber müssen ab 1.1.2018 weniger Umlage U2 für Minijobber bezahlen. Bild: Haufe Online Redaktion

Minijobberinnen haben bei Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft Anspruch auf Fortzahlung ihres Arbeitsentgelts. Dem Arbeitgeber werden diese Kosten im Umlageverfahren erstattet. Zum 1.1.2018 ermäßigt sich der Umlagesatz.

Die Teilnahme am "Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft (U2)" ist für alle Arbeitgeber unabhängig von der Betriebsgröße verpflichtend. Einer förmlichen Feststellung über die Teilnahme wie am U1-Verfahren durch die Krankenkasse bedarf es nicht. Die Arbeitgeber werden durch das Ausgleichsverfahren vor hohen Belastungen aufgrund des wegen Mutterschaft bedingten Ausfalls von Arbeitnehmerinnen geschützt.

Minijob 2018: Umlage U2

Der Umlagesatz zur U2 ermäßigt sich ab 1.1.2018 von 0,3 Prozent auf 0,24 Prozent des Arbeitsentgelts. Der Erstattungssatz beträgt unverändert 100 Prozent. Alles, was Sie für 2018 zum Ausgleichsverfahren bei Mutterschaft wissen müssen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Minijob: Höhe des Umlagesatzes U2

Das Ausgleichsverfahren U2 finanziert sich durch Umlagen, die alleine von den am Ausgleichsverfahren beteiligten Arbeitgebern erbracht werden. Den Umlagesatz legt jede Krankenkasse in ihrer Satzung individuell fest. Für Minijobs, die bei der Minijob-Zentrale gemeldet werden, orientiert sich die Höhe des Umlagesatzes an dem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Träger der knappschaftlichen Krankenversicherung.

Berechnung und Abführung der Umlage U2 im Minijob

Die Umlage U2 ist vom laufenden Arbeitsentgelt der Minijobber zu berechnen, nach dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bemessen werden. Einmalig gezahlte Entgelte (z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) sind nicht einzubeziehen. Der Umlagebetrag wird mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die Minijob-Zentrale abgeführt und ist im Beitragsnachweis unter der Gruppe U2 aufzuführen.

Wichtig: Die Entgeltabrechnungsprogramme sind entsprechend anzupassen und der neue Umlagesatz bereits bei der Zahlung und im Beitragsnachweis-Datensatz an die Minijob-Zentrale für den Abrechnungsmonat Januar 2018 zu berücksichtigen.

Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen

Im Rahmen des U2-Ausgleichsverfahrens ergibt sich für Arbeitgeber ein Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen, die ihnen durch Zahlung des Arbeitsentgelts für die Dauer von Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft bzw. durch die Zahlung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld während der Schutzfristen entstehen. Arbeitgebern werden auf Antrag

  • der Mutterschutzlohn für die Zeit des Beschäftigungsverbots bis zum Beginn der Schutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz zuzüglich der darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge und
  • der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld für die Zeit der Schutzfristen vor und nach der Entbindung

erstattet. Die Anträge werden elektronisch durch systemgeprüfte Entgeltabrechnungsprogramme übermittelt.

Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse oder dem Bundesversicherungsamt

Schwangere Minijobberinnen sind während der Schutzfristen von der Arbeit freizustellen. Während dieser Zeit des Verdienstausfalles erhalten die Minijobberinnen entweder ein Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt oder von ihrer Krankenkasse. Zudem kann zusätzlich ein Anspruch auf Zuschuss des Arbeitgebers bestehen.

Minijob: Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt

Minijobberinnen, die zu Beginn der Schutzfrist nicht selbst gesetzlich krankenversichert sind, also entweder über den Ehepartner bzw. die Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert oder privat krankenversichert sind, erhalten auf Antrag Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem Nettolohn der letzten drei Monate vor Beginn der Schutzfrist. Für den gesamten Zeitraum der Schutzfristen erhält die Minijobberin maximal 210 EUR.

Minijob: Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse

Minijobberinnen, die zu Beginn der Schutzfrist selbst gesetzlich krankenversichert sind, erhalten Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes entspricht dem durchschnittlichen kalendertäglichen Nettoverdienst der letzten 3 Monate vor Beginn der Schutzfrist. Es beträgt maximal 13 EUR pro Tag, also für einen vollen Monat maximal 390 EUR (13 EUR x 30 Tage). Es wird für die Dauer der Schutzfristen gezahlt.

Arbeitnehmerinnen mit einer krankenversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung und einem krankenversicherungsfreien Minijob erhalten von ihrer Krankenkasse Mutterschaftsgeld vom Nettoverdienst beider Beschäftigungen bis insgesamt maximal 13 EUR pro Tag.

Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld

Übersteigt der durchschnittliche kalendertägliche Nettoverdienst den Betrag von 13 EUR (monatlich 390 EUR), ist der Arbeitgeber für die Dauer der Schutzfristen verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen. Den Zuschuss in Höhe des Differenzbetrages oberhalb von 390 EUR erhalten auch Minijobberinnen, die ihr Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt beziehen. Arbeitnehmerinnen mit Haupt- und Nebenbeschäftigung wird der Zuschuss von beiden Arbeitgebern gezahlt.

Schlagworte zum Thema:  Mutterschutz, Umlage, Minijob

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