Sozialversicherung: Auszubildende richtig melden

Nach den Sommerferien starten viele junge Menschen in ihre Ausbildung. In der Entgeltabrechnung müssen bei Auszubildenden neben versicherungs- und beitragsrechtlichen Besonderheiten auch Ausnahmen im Melderecht beachtet werden. Wir haben die wichtigsten Eckpunkte zusammengefasst.

Der Start in das Berufsleben beginnt mit einigen Formalien für beide Seiten. Arbeitgeber müssen bei der Einstellung von Nachwuchskräften besondere Personengruppenschlüssel beachten. Zudem fordern viele Arbeitgeber die Versicherungsnummer beim Azubi ein – obwohl dies einfacher geht. Daneben müssen in bestimmten Wirtschaftsbereichen auch für Auszubildende Sofortmeldungen abgegeben werden.

Auszubildende: Anmeldung bei der Krankenkasse zu Beginn der Beschäftigung

Azubis sind zu Beginn ihrer Beschäftigung wie reguläre Arbeitnehmende bei der zuständigen Krankenkasse unter Angabe der Versicherungsnummer mit dem Abgabegrund 10 anzumelden. Während der Ausbildung sind gleichermaßen alle Meldepflichten wie Jahresmeldungen oder Unterbrechungsmeldungen zu beachten. Zudem ist auch dem oder der Auszubildenden für jede abgegebene Meldung eine Meldebescheinigung auszustellen.

Ermittlung der Sozialversicherungsnummer des Auszubildenden

Sofern der/die junge Mitarbeitende seine/ihre Versicherungsnummer nicht kennt oder seinen/ihren SV-Ausweis nicht findet, kann mit dem Abrechnungsprogramm die Nummer bei der Rentenversicherung abgefragt werden. Erforderlich hierfür sind neben dem Namen und der Anschrift das Geburtsdatum und der Geburtsort.

Alternativ kann die Anmeldung ohne Versicherungsnummer abgegeben werden. In diesen Fällen sind die persönlichen Angaben zusätzlich in der Anmeldung anzugeben. Auf Grundlage der zusätzlichen Angaben ermittelt die Krankenkasse die Versicherungsnummer und meldet diese auf maschinellem Wege zurück.

Besonderer Personengruppenschlüssel für Auszubildende

Auszubildende sollen bei der späteren Rentenberechnung nicht dafür bestraft werden, dass sie während ihrer Ausbildung ein geringes Arbeitsentgelt in Form der Ausbildungsvergütung erhalten haben. Daher werden Berufsausbildungszeiten bei der Rentenberechnung höher bewertet. Zu diesem Zweck ist in den Meldungen die besondere Personengruppe 102 (Seefahrt 141) anzugeben. Diese Personengruppe findet Anwendung bis zum tatsächlichen Ende der Ausbildung, auch wenn der oder die Auszubildende zur Nachprüfung muss.

Besonderer Personengruppenschlüssel bei Vergütung bis 325 Euro

Azubis, die eine geringe Ausbildungsvergütung erhalten, sollen von den Sozialversicherungsabgaben entlastet werden. Insoweit müssen Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge allein zahlen, sofern die Ausbildungsvergütung den Betrag von 325 Euro nicht übersteigt (Geringverdiener-Regelung). In diesen Fällen ist die Personengruppe 121 zu verwenden. Findet die Ausbildung in einem Betrieb der Seefahrt statt, gilt die Personengruppe 144.

Wichtig: Übersteigt die Ausbildungsvergütung die Geringverdienergrenze von 325 Euro, ist eine Abmeldung mit Personengruppe 121 (Seefahrt 144) und eine Anmeldung mit Personengruppe 102 (Seefahrt 141) vorzunehmen.

Vor Beginn der Ausbildung Sofortmeldepflicht prüfen

Noch bevor der oder die Auszubildende die Beschäftigung aufnimmt, muss überprüft werden, ob eine Sofortmeldung abzugeben ist. Die Sofortmeldung ist eine zusätzliche Meldepflicht in Wirtschaftsbereichen, in denen Schwarzarbeit verstärkt vorkommt. Betroffen sind hierbei unter anderem das Baugewerbe, das Gaststätten- und Beherbungsgewerbe sowie das Transportwesen. Sofortmeldepflicht besteht zudem im Gebäudereinigungsgewerbe, in der Forst- und Fleischwirtschaft sowie im Personenbeförderungsgewerbe. Die Sofortmeldung für Azubis ist mit dem Abgabegrund 20 an die Datenstelle der Rentenversicherung in maschineller Form zu übermitteln.

In unserem Top-Thema erhalten Sie weitere Informationen, wie Sie Auszubildende rechtssicher beschäftigen.


Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Sozialversicherung, Meldung