23.10.2013 | DStV

Selbstverwaltung der freien Berufe erhalten

DStV-Präsident Harald Elster
Bild: Deutscher Steuerberaterverband e.V. (DStV)

"Die Selbstverwaltung der freien Berufe in Deutschland ist ein hohes Gut, das auch in Zukunft verteidigt werden muss", betont der DStV-Präsident Harald Elster anlässlich des Deutschen Steuerberatertages 2013 in Berlin.

"Die Europäische Kommission verkennt, dass die bestehenden Regelungen in diesem Bereich eine besondere Schutzwirkung für den Verbraucher entfalten. Dies gilt insbesondere auch für die Kapitalbindungs- und Gebührenvorschriften."

Die berufliche Selbstverwaltung in Deutschland mit ihrem bewährten System der Pflichtmitgliedschaft ermögliche es, so Elster, wesentlich fachkundiger, schneller und effektiver auf Veränderungen am Markt zu reagieren. Nur sie garantiere die Einhaltung der Berufsgesetze durch die Berufsaufsicht. Bei allein freiwilligen Mitgliedschaften sei aufgrund fehlender Sanktionsbefugnis ein entsprechender Durchdringungsgrad aller Berufsangehörigen nicht zu erreichen.

Die Unabhängigkeit der Berufsausübung, gleich ob gegenüber dem Staat, dem Markt oder dem Kunden, so Elster weiter, sei der Grundpfeiler der freien Berufsausübung. Garantiert werde diese insbesondere auch durch die Regelungen zur Kapitalbindung: Sie gewährleisten, dass der Freiberufler frei von externem Gewinnstreben bestmöglich im Sinne des Mandanten beraten kann. Gerade bei den Steuerberatern bestehen negative Erfahrungen aus der Vergangenheit: Hier hatte vor Einführung von Kapitalbindungsregeln der Einfluss berufsfremder Interessen zu nachteiligen Folgen geführt.

Auch die Gebührenvorschriften verdeutlichten den Verbraucherschutzgedanken in besonderer Weise: Die persönlichen Umstände sowie die fachlichen und zeitlichen Anforderungen des Auftrags seien bei der Berechnung der Gebühren zu beachten, Festpreise ausgeschlossen. Den Verbrauchern stehe damit ein objektives, gerichtlich überprüfbares Berechnungsschema zur Verfügung.

Die EU-Kommission hatte am 2.10.2013 einen Bericht über die Ergebnisse des im Rahmen der Dienstleistungsrichtlinie durchgeführten Peer-Reviews der Vorschriften zu Rechtsform, Beteiligungsverhältnissen und Preisen sowie eine Bewertung der nationalen Reglementierungen des Berufszugangs veröffentlicht.

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