18.08.2011 | Kanzlei & Co.

Schwieriges Ziel: Harmonisierung der Firmenbesteuerung

In der EU gibt es bei der Firmenbesteuerung 27 unterschiedliche Gewinnermittlungssysteme und kein einheitliches Regelwerk. Direkte Steuern können in der EU aber nur einstimmig geändert werden.

In der EU gibt es bei der Firmenbesteuerung 27 unterschiedliche Gewinnermittlungssysteme und kein einheitliches Regelwerk. Direkte Steuern können in der EU aber nur einstimmig geändert werden.

In Frankreich ist der Steuersatz bisher höher, die Berechnungsgrundlage beziehungsweise Steuerbasis aber kleiner. Unterm Strich ist die Belastung der Unternehmen in Frankreich aber höher. Bei einer Harmonisierung der Körperschaftssteuer wäre nur ein Teil der Steuerlast betroffen. Schließlich gibt es noch die Gewerbesteuer.

Kanzlerin Angela Merkel stellte beim Sondergipfel mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy aber schon einmal klar, dass deutsche Unternehmen keine höhere Belastung befürchten müssten. Ein Vergleich:

Deutschland

Hierzulande unterliegen Kapitalgesellschaften (AG und GmbH) der Körperschaftsteuer. Personengesellschaften hingegen - sie stellen den Großteil deutscher Betriebe dar - zahlen auf den Gewinn bis zu 42 Prozent Einkommenssteuer. Der Körperschaftssteuersatz wurde 2008 von 25 auf 15 Prozent gesenkt. Hinzu kommen der "Soli-Zuschlag" und die Gewerbesteuer. Die nominale Steuerlast von Kapitalgesellschaften wurde von 38,65 auf 29,83 Prozent gesenkt. Die effektive durchschnittliche Steuerbelastung - also einschließlich aller Minderungsmöglichkeiten - liegt nach Angaben aus der Wirtschaft bei 28 Prozent.

Frankreich

In Frankreich liegt die nominale Steuerlast nach früheren Angaben des französischen Rechnungshofes bei 34,4 Prozent. Der Körperschaftssteuersatz beträgt 33,33 Prozent zuzüglich einer Zuschlagsteuer. Die effektive durchschnittliche Steuerbelastung liegt dem Vernehmen nach bei 34,6 Prozent. Die Möglichkeiten, Verluste zu verrechnen sind aber großzügiger.

Vorstoß der EU-Kommission

Die EU-Kommission hatte vor Wochen Pläne für eine einheitliche Berechnungsgrundlage vorgelegt, die in Deutschland aber auf Widerstand gestoßen sind. Der Vorschlag sah vor, dass europäische Aktiengesellschaften optional Gewinne auf Basis einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage versteuern können. Berlin pocht auf eine obligatorische gemeinsame Bemessungsgrundlage. Befürchtet wird, dass ein Aufteilungsmechanismus erhebliche Möglichkeiten für einzelne Staaten bietet, sich ein höheres Steueraufkommen zu sichern.

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