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Schleswig-Holstein: Mobiles Sachgebiet deckt unbekannte Steuerfälle auf

Das Netz der Steuerfahndung in Schleswig-Holstein wird engmaschiger. Dafür sorgt das seit einem halben Jahr tätige Mobile Sachgebiet (MSG) der Steuerverwaltung.

Das MSG ist im ganzen Land flexibel einsetzbar, ergänzt die Arbeit der vier Steuerfahndungsstellen und deckt Steuerfälle auf, die sonst unerkannt bleiben würden. "Damit machen wir Steuerhinterziehern das Leben noch schwerer", sagte Finanzminister Rainer Wiegard bei der Vorstellung des MSG am Donnerstag (25. August 2011) in Kiel. Schwerpunkte der Arbeit sind die Steuerfahndung, die Betriebsprüfung und die Umsatzsteuersonderprüfung. Dafür werden Spezialisten aus verschiedenen Bereichen der Steuerverwaltung rekrutiert.

Wie Claus Heyn, der Leiter des Mobilen Sachgebiets mitteilte, besteht das Team derzeit aus zwölf Mitarbeitern. Bis 2015 soll die Einheit auf 32 Beamtinnen und Beamte ausgebaut werden. "Vom Arbeitnehmer bis zum millionenschweren Konzern, vom Kleingewerbetreibenden bis zum Freiberufler greift das Mobile Sachgebiet auffällige Sachverhalte auf. Obwohl wir noch im Aufbau sind, konnten wir schon Steuerausfälle von etwa einer viertel Million Euro verhindern. Die aktuell in der Bearbeitung befindlichen Fälle versprechen noch ein Vielfaches mehr an Steuereinnahmen", sagte Claus Heyn.

Finanzminister Wiegard wies darauf hin, dass die Steuerfahndung in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr mehr als 35 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen hereingeholt hat. "Mit dem Mobilen Sachgebiet werden wir mit Sicherheit noch erfolgreicher sein", so Wiegard. Für ihn sei aber außerdem wichtig, dass das Mobile Sachgebiet für mehr Steuergerechtigkeit sorge: "Der ehrliche Bürger, der zuverlässig seine Steuern zahlt, soll sich nicht so fühlen, als wenn er der Dumme ist. Wir wollen möglichst alle Steuerpflichtigen auch tatsächlich zur Steuerzahlung heranziehen und Kriminellen das Handwerk legen", erklärte Wiegard.

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