0

07.09.2015 | Serie Elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2016

Teil 2 - Erstellen der Bescheinigung

Serienelemente
Auf Basis der Eintragungen im Lohnkonto muss der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung erteilen.
Bild: Michael Bamberger

Die in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zu bescheinigenden Daten bleiben 2015 und 2016 weitgehend unverändert. Hinzuweisen ist aber insbesondere darauf, dass die Übergangsregelung zur Bescheinigung des Großbuchstaben M bis Ende 2017 verlängert wurde.

Die Lohnsteuerbescheinigung ist bei Beendigung des Dienstverhältnisses oder nach Ablauf des Kalenderjahres, vom Arbeitgeber zu erteilen. Mit Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung wird der Lohnsteuerabzug abgeschlossen. Die Daten müssen elektronisch ans Finanzamt übermittelt werden; sie bilden die Grundlage für die Durchführung der Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers durch das Wohnsitzfinanzamt. Dem Arbeitnehmer ist ein entsprechender Ausdruck auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen.

Dauer des Dienstverhältnisses und Bescheinigungszeitraum

Zahlt der Arbeitgeber nach dem Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Dienstverhältnis sonstige Bezüge, sind die Lohnsteuerabzugsmerkmale zugrunde zu legen, die zum Ende des Kalendermonats des Zuflusses gelten.

In der Anleitung für 2016 wird klarstellend ausgeführt, dass unter der Nummer 1 des Ausdrucks der Lohnsteuerbescheinigung die Dauer des Dienstverhältnisses während des Kalenderjahres oder der Monat der Auszahlung bei sonstigen Bezügen, die nach Beendigung des Dienstverhältnisses gezahlt werden, zu bescheinigen ist. Dies gilt bereits auch für 2015.

Erleichterung bei getrennter Aufzeichnung der Reisekosten

Unter Nummer 20 des Ausdrucks der Lohnsteuerbescheinigung sind grundsätzlich die steuerfrei gezahlten Vergütungen für Verpflegung bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten zu bescheinigen.

Für 2015 und 2016 gilt weiterhin die Kulanzregelung, dass eine Bescheinigung dieser Beträge nicht zwingend erforderlich ist, wenn das Betriebsstättenfinanzamt für die steuerfreien Verpflegungsspesen bei Auswärtstätigkeiten eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat. Dies betrifft die Fälle mit getrennter Lohn- und Reisekostenabrechnung. 

Verlängerte Übergangsregelung für Großbuchstabe M

Hat der Arbeitgeber dem Mitarbeiter während einer Auswärtstätigkeit eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt, muss im Lohnkonto der Großbuchstabe M aufgezeichnet und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bescheinigt werden. Diese Aufzeichnungs- und Bescheinigungspflicht gilt unabhängig von der Anzahl der Mahlzeitengestellungen an den Arbeitnehmer im Kalenderjahr.

Sofern das Betriebsstättenfinanzamt für vorstehende Fälle mit getrennter Lohn- und Reisekostenabrechnung eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat, ist für eine Übergangszeit eine Bescheinigung des Großbuchstabens M nicht zwingend erforderlich. Diese bisher bis Ende 2015 begrenzte Übergangsregelung wird um zwei Jahre - bis zum 31. Dezember 2017 - verlängert.

Großbuchstabe F bei Sammelbeförderung

Der Großbuchstabe F ist einzutragen, wenn eine steuerfreie Sammelbeförderung eines Mitarbeiters zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erfolgt sowie neuerdings auch bei Sammelbeförderung zu einem vom Arbeitgeber bestimmten Sammelpunkt oder weiträumigen Arbeitsgebiet.

Bundesfinanzministerium bestätigt Steuerfreiheit der Sammelbeförderung

Die Verwaltung hat klargestellt, dass die Steuerfreiheit der Sammelbeförderung von Mitarbeitern ohne erste Tätigkeitsstätte nunmehr von einer anderen Steuer­befreiungsvorschrift erfasst wird (§ 3 Nummer 16 EStG und nicht mehr von § 3 Nummer 32 EStG). Es handelt sich um steuerfreien Reisekostenersatz. Damit erübrigt sich für diese Fallgruppe die Bescheinigung des Buchstabens F. (Vergleiche Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 19. Mai 2015, Aktenzeichen IV C 5 - S 2353/15/10002)

Krankenversicherungsbeiträge inklusive Zusatzbeitrag

Der Arbeitnehmerbeitrag zur inländischen gesetzlichen Krankenversicherung ist bei pflichtversicherten Mitarbeitern unter Nummer 25 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung einzutragen. Das gilt ab dem Kalenderjahr 2015 einschließlich des einkommensabhängigen Zusatzbeitrags (§ 242 SGB V).

Hinweis: Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 30. Juli 2015 zur Ausstellung elektronischer Lohnsteuerbescheinigungen ab 2016 und Bundesfinanzministerium.

Das Muster für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2016 können Sie hier herunterladen.

Lesen Sie im nächsten Serienteil, was für die Korrektur der Lohnsteuerbescheinigung gilt und wie das neue Stornierungsverfahren funktioniert.

Haufe Online Redaktion

Aktuell

Meistgelesen