Kapitel
Anrechenbare Steuerabzugsbeträge und Gewinnausschüttungen gehören in die Anlage WA Bild: MaxFrost

Blieb die Anlage WA in den letzten Jahren erfreulicherweise weitgehend unverändert, so ist sie nun ebenfalls von Änderungen betroffen. Ausgegliedert wurde insbesondere der komplette Abschnitt zu den Gewinnausschüttungen; diese Eingaben finden sich ab 2017 auf der Anlage KSt 1 F wieder. Doch auch die Angaben zu den Anteilseignern wurden verlagert und sind nun Teil des Erklärungsvordrucks KSt 1.

Die Anlage WA dient

  • der Berücksichtigung von in 2017 einbehaltenen und damit auf die Steuerschuld anrechenbaren Steuerabzugsbeträgen,
  • dem Antrag auf einen fortführungsgebundenen Verlustvortrag und
  • er Erklärung von weiteren Angaben, z. B. zu Verträgen mit Gesellschaftern bzw. Anzeigepflichten nach §§ 138, 138a AO.

Die anrechenbaren Steuerabzugsbeträge ergeben sich aus den vorliegenden Steuerbescheinigungen. Diese können z. B. aus Dividendeneinnahmen bzw. Gewinnausschüttungen anderer Kapitalgesellschaften oder aus Zinserträgen der Gesellschaft resultieren. Doch auch Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungsteuer aus Erträgen von Wandelanleihen, Gewinnobligationen oder einem partiarischen Darlehen kommen in der Praxis vor. Gleiches gilt für Erträge aus Genussrechten, Lebensversicherungen oder aus einer stillen Beteiligung.

Dauer des Wirtschaftsjahrs

Zunächst ist in der Zeile 1 die Dauer des Wirtschaftsjahrs zu erklären.

Anrechenbare Steuerabzugsbeträge

Die nachfolgenden Zeilen 2 – 9 dienen dazu,die anrechenbaren Steuerabzugsbeträge einzutragen, wobei diese Werte wie folgt aufzugliedern sind:

Die anrechenbaren Kapitalertragsteuern werden in Zeile 2, 4 oder 6 eingetragen, aufgeteilt in "eigene" anrechenbare Beträge (Zeile 2), in Werte aus einer mitunternehmerischen Beteiligung (Zeile 4) und in die Kapitalertragsteuer, für welche die Voraussetzung des § 36a Abs. 1 Satz 1 EStG nicht erfüllt sind und welche daher nur i. H. v. 2/5 angerechnet werden (Zeile 6).

Auch wenn ein Abzug der Kapitalertragsteuer in Zeile 6 auf 2/5 beschränkt ist, muss in dieser Zeile bei der Betrag in voller Höhe eingetragen werden. Die Reduzierung auf 2/5 ist hier maschinell hinterlegt.

Entsprechend der Aufteilung bei der Kapitalertragsteuer ist auch der dazu jeweils einbehaltene Solidaritätszuschlag aufzuteilen, in Steuerabzüge aus originären Erträgen der Gesellschaft (Zeile 3), in Beträge aus einer Mitunternehmerschaft (Zeile 5) und in Solidaritätszuschlag zur sog. 2/5-Kapitalertragsteuer (Zeile 7).

Sodann folgen die neuen Zeilen 8 und 9, die aber nur für beschränkt steuerpflichtige Vergütungsgläubiger relevant sind. Bestand in 2017 zeitweise eine unbeschränkte Steuerpflicht sind hier nur die Kapitalertragsteuern bzw. die Solidaritätszuschläge einzutragen, die auf die Zeitspanne der beschränkten Steuerpflicht entfallen. Die übrigen Beträge werden in die darüber liegenden Zeilen eingetragen.

Die nachfolgenden Zeilen 10 und 11 betreffen die Anrechnung ausländischer Steuern auf inländische Einkünfte i. S. d. § 50d Abs. 10 EStG; ein eher seltener Fall.

Fortführungsgebundener Verlust- und/oder Zinsvortrag

Neu sind die Zeilen 12 – 14 mit den Angaben zu einem fortführungsgebundenen Verlustvortrag i. S. d. § 8d KStG. In Zeile 12 kann diese Sonderregelung beantragt werden. Besteht bereits aus dem Vorjahr ein fortführungsgebundener Verlustvortrag, ist in den Zeilen 13 und 14 eine Aussage zu treffen, ob im aktuellen Jahr ein sog. schädliches Ereignis eintrat bzw. ob stille Reserven am Ende des Vorjahres vorgelegen haben.

Vereinbarungen mit Anteilseignern

In den Zeilen 15 – 19 werden Daten über bestehende Verträge mit Anteilseignern bzw. nahe stehenden Personen und den dazu geleisteten Vergütungen erfragt.

Aufsichtsratsvergütungen

Sofern Aufsichtsratsvergütungen gezahlt worden sind, müssen die Daten zu Empfänger, Höhe der Vergütung und Tag der Auszahlung in den Zeilen 20 – 22 eingetragen werden. Sollte ein Aufsichtsrat in Deutschland nur beschränkt steuerpflichtig sein, sind die sog. Aufsichtsratsteuer als Steuerabzug einzubehalten und in den Zeilen 30 ff. die entsprechenden Angaben zu erklären.

Ausländische Betriebsstätten und Beteiligungen

Bei ggf. bestehenden ausländischen Betriebsstätten und Beteiligungen wird in den Zeilen 23 – 26 an die damit zusammenhängende Meldepflicht erinnert. Neu sind die Zeilen 27 – 29, in welchen Angaben zur Anzeigepflicht nach § 138a AO zu machen sind; dies sind die von multinationalen Unternehmensgruppen zu erstellenden länderbezogenen Berichte.

Einzubehaltender Steuerabzug

In den Zeilen 30 – 37 sind Daten zu einem ggf. einzubehaltenden Steuerabzug erforderlich, wie dies z. B. für eine Lizenzzahlung ins Ausland der Fall sein kann.

Abgezogene Investitionsabzugsbeträge

Es folgen die Zeilen 38 – 41. Hier werden in den Jahren 2013 – 2016 abgezogene Investitionsabzugsbeträge erklärt, deren Abzug in diesen Jahren wieder rückgängig zu machen ist. Es kommt insoweit zu einer Änderung der Vorjahresbescheide. Anlass dafür kann z. B. eine nicht erfolgte bzw. zu geringe Investition oder eine Fehlverwendung des investierten Wirtschaftsguts sein.

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Körperschaftsteuer, Steuererklärung, Formular, Vordruck

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