20.04.2012 | Top-Thema Körperschaftsteuererklärung 2011

Vordrucke, Fristen und elektronische Übermittlung

Kapitel
Vordrucke, Fristen und elektronische Übermittlung
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Körperschaftsteuererklärung 2011 muss erstmals elektronisch übermittelt werden. Erfahren Sie nachfolgend, was dabei zu beachten ist.

Vordrucke

Die nach § 31 KStG abzugebenden Erklärungen zur Körperschaftsteuer und zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags für das Jahr 2011 beinhalten neben dem Vordruck Körperschaftsteuererklärung (KSt 1 A mit den Anlagen A und WA)

  • die Erklärungen zu den Feststellungen nach den §§ 27 ff KStG zum steuerlichen Einlagenkonto und dem aus früheren Rücklagen entstandenen Nennkapital (KSt 1 F - 27/28),
  • das fortgeschriebene Endkapital des früheren EK02 (KSt 1 - 38),
  • Anlage AE für ausländische Einkünfte,
  • Anlage ORG für Organschaften,
  • Anlage SP für den Spendenabzug,
  • Anlage GR für steuerbefreite Vereine,
  • KSt 1 B für nicht buchführungspflichtige Körperschaften (Vereine),
  • KSt 1 C bei beschränkter Steuerpflicht,
  • KSt 1 f - 2 WJ bei Aufteilung des Verlustabzugs auf zwei in 2011 endende Wirtschaftsjahre,
  • Anlage Zinsschranke für den Betriebsausgabenabzug bei Finanzierungskosten,
  • Zerlegung der Körperschaftsteuer (§§ 2 ff. ZerlG),
  • gesonderte bzw. gesonderte und einheitliche Feststellung bei Beteiligung an ausländischen Zwischengesellschaften (§§ 7 ff., 18 AStG).

Hinzu kommen noch weitere Formulare, etwa für Betriebe der öffentlichen Hand.

Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG und Einnahmen ab 17.500 EUR ist zusätzlich die Anlage EÜR abzugeben.

Fristen

Die entsprechenden Formulare sind grundsätzlich bis zum 31.5.2012 an das Finanzamt zu übertragen. Für Gesellschaften, die den Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, endet die Frist nicht vor Ablauf des 5. Monats, der auf den Schluss des Wirtschaftsjahres 2011/2012 folgt. Sofern sie von Steuerberatern und Buchstellen von Körperschaften angefertigt werden, wird die Frist allgemein bis zum 31.12.2012 (Hessen: 28.2.2013) und beim Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft mit abweichendem Wirtschaftsjahr bis zum 31.5.2013 (Hessen: 31.7.2013) verlängert. Aufgrund begründeter Einzelanträge kann die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen bis zum 28.2.2013 verlängert werden. Ein weitergehender Aufschub kommt grundsätzlich nicht in Betracht.

Elektronische Übermittlung

Erstmalig verpflichtend für die GmbH und ihre Gesellschafter wird die Abgabe von Steuererklärungen auf elektronischem Weg durch Datenfernübertragung hinsichtlich betrieblicher Steuern ab dem VZ 2011 für die Körperschaftsteuererklärung inkl. der gesonderten Feststellung des steuerlichen Einlagekontos (§ 31 Abs. 1a KStG).

Bei Einnahme-Überschuss-Rechnung wird bei Betriebseinnahmen unter 17.500 EUR im Wirtschaftsjahr nicht beanstandet, wenn der Steuererklärung anstelle des Vordrucks Anlage EÜR weiterhin eine formlose Gewinnermittlung beigefügt wird. Insoweit wird auch auf die elektronische Übermittlung der nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verzichtet (BMF, Schreiben v. 21.11.2011, IV C 6 – S 2142/11/10001).

Zur Vermeidung unbilliger Härten kann das Finanzamt jedoch - wie bei den anderen Steuerarten - gestatten, die Körperschaftsteuererklärung weiterhin nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck in herkömmlicher Form - auf Papier oder per Telefax - beim Finanzamt einzureichen.

Diese neue Verpflichtung betrifft auch die natürlichen Personen als Beteiligte an der Kapitalgesellschaft für die Einkommensteuererklärung bei der Erzielung von Gewinneinkünften nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 - 3 EStG als Gewerbetreibender, Land- und Forstwirten sowie Freiberufler oder nur Einkünften aus der wesentlichen Beteiligung nach § 17 EStG (§§ 25 Abs. 4, 52 Abs. 39 EStG). Das hat dann für den Gesellschafter zur Folge, dass auch seine privaten Überschusseinkünfte und Abzüge wie Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Daten zu Kindern und Ehegatten sowie die übrigen Angaben elektronisch übermittelt werden müssen. Für beschränkt Steuerpflichtige gilt dies aus technischen Gründen erst zum 1.1.2013, bis dahin sind die Formulare weiterhin in Papierform einzureichen.

Wichtig: Alleine durch den Bezug von Gewinnausschüttungen erzielt der private GmbH- Gesellschafter noch keine Gewinneinkünfte, da die Dividenden zu den Kapitaleinnahmen nach § 20 EStG gehören und entweder der Abgeltung oder auf Antrag der tariflichen Einkommensteuer unterliegen.

Für die GmbH sollte die Umstellung kein Problem sein, wickelt sie derzeit doch bereits die Anmeldung von Kapitalertrag-, Lohn- und Umsatzsteuer online ab.

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Kapitalgesellschaft, Steueränderungen, Elektronische Steuererklärung, Körperschaftsteuer

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