20.04.2012 | Top-Thema Körperschaftsteuererklärung 2011

GmbH-Gewinnausschüttung

Kapitel
GmbH-Gewinnausschüttung
Bild: Haufe Online Redaktion

Offene und verdeckte Gewinnausschüttungen lassen sich auf Antrag des privaten Gesellschafters über die Veranlagung der tariflichen Einkommensteuer unterwerfen (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG).

Dann kommt das Teileinkünfteverfahren zum Einsatz, sodass die Ausschüttung zu 40 % steuerfrei bleibt und 60 % der Werbungskosten abzugsfähig sind. Diese Option lohnt sich nicht generell, weil die Gewinnausschüttung dann auch – anders als unter der Abgeltungsteuer – mit 60 % die Progression für die übrigen Einkünfte des Gesellschafters belastet.

Beispiel: Ausschüttung an Gesellschafter-Geschäftsführer

Der ledige GmbH-Allein-Gesellschafter bezieht in 2011 ein Geschäftsführergehalt, woraus sich ein zu versteuerndes Einkommen (z.v.E.) von 80.000 EUR ergibt. Darüber hinaus hatte er in 2011 eine Gewinnausschüttung von 100.000 EUR erhalten. Werbungskosten waren im Rahmen des § 20 EStG nicht angefallen.

Steuerrechnung

Teileinkünfteverfahren

(EUR)

Abgeltungsteuer

(EUR)

z.v.E.

80.000

80.000

60 % der Gewinnausschüttung

60.000

0

z.v.E. neu

140.000

80.000

Tarifliche ESt

50.628

25.428

+ 5,5 % SolZ

2.784

1.398

25 % Abgeltungsteuer

 

25.000

+ 5,5 % SolZ

 

1.375

Gesamtbelastung 2011

53.412

53.201

Ergebnis: Das Teileinkünfteverfahren ist leicht ungünstiger, obwohl hierüber 40 % der Ausschüttung steuerfrei bleiben. Das resultiert daraus, dass der Tarif für das übrige Einkommen steigt. Insoweit lohnt der Antrag i. d. R. nur, wenn auch Werbungskosten angefallen sind. 

Abwandlung: Auf die fremdfinanzierten GmbH-Anteile waren 2011 Schuldzinsen von 40.000 EUR geleistet worden.

Steuerrechnung

Teileinkünfteverfahren

(EUR)

Abgeltungsteuer

(EUR)

z.v.E.

80.000

80.000

60 % der Kapitaleinkünfte von 60.000 EUR

36.000

0

z.v.E. neu

116.000

80.000

Tarifliche ESt

40.548

25.428

+ 5,5 % SolZ

2.230

1.398

25 % Abgeltungsteuer

 

25.000

+ 5,5 % SolZ

 

1.375

Gesamtbelastung 2011

42.778

53.201

Ergebnis: Das Teileinkünfteverfahren ist deutlich günstiger, weil sich hierüber 60 % der Werbungskosten auswirken.

Der Antrag ist mit der erstmaligen Abgabe der Einkommensteuererklärung für den jeweiligen VZ zu stellen. Dann gilt er nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 Sätze 3 bis 6 EStG grundsätzlich als für fünf Veranlagungszeiträume gestellt. Nach einem einmaligen Widerruf kann der Antragsteller nicht mehr zum progressiven Einkommensteuertarif für seine Gewinnausschüttungen zurückkehren.

Praxis-Tipp: Hatte der GmbH-Gesellschafter in 2011 keine Gewinnausschüttung erhalten, kann er den Abzug von Werbungskosten im Rahmen der Veranlagung beantragen und mit seinen übrigen Einkünften verrechnen.

Wichtig: Für offene und verdeckte GmbH-Gewinnausschüttung gilt grundsätzlich das Zuflussprinzip. Beim beherrschenden Gesellschafter ist jedoch eine vGA bereits mit der Fälligkeit zugeflossen, wenn die GmbH nicht zahlungsunfähig ist, wobei vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten weder Illiquidität noch Zahlungsunfähigkeit sind, solange noch kein Konkurs- bzw. Insolvenzverfahren eingeleitet ist (BFH, Beschluss v. 20.12.2011, VIII B 46/11).

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Kapitalgesellschaft, Steueränderungen, Elektronische Steuererklärung, Körperschaftsteuer

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