20.04.2012 | Top-Thema Körperschaftsteuererklärung 2011

Basics zur Körperschaftsteuer

Kapitel
Basics zur Körperschaftsteuer
Bild: Haufe Online Redaktion

Nachfolgend haben wir einige Grundlagen zur Körperschaftsteuerpflicht, zur Ermittlung und zur körperschaftsteuerlichen Organschaft zusammengestellt.

Steuerpflicht

Die Steuerpflicht der GmbH als Kapitalgesellschaft beginnt bereits vor ihrer zivilrechtlichen Entstehung durch Eintragung ins Handelsregister. Gesellschaftsrechtlich ist zwischen der Vorgründungsgesellschaft, der Vorgesellschaft und der eingetragenen GmbH zu unterscheiden. Im Zeitraum zwischen dem Gründungsbeschluss und der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrags handelt es um eine Vorgründungs-Personengesellschaft. Sie ist weder mit der Vorgesellschaft noch mit der später entstehenden Kapitalgesellschaft identisch.

Im Zusammenhang mit der fehlgeschlagenen Gründung entstandene Beratungskosten können auch dann weder als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen noch als Liquidationsverlust nach § 17 Abs. 4 EStG geltend gemacht werden, wenn eine wesentliche Beteiligung an der Kapitalgesellschaft beabsichtigt war (BFH, Urteil v. 20.4.2004, VIII R 4/02, BStBl 2004 II S. 597).

Für die Zeit zwischen notarieller Beurkundung und Eintragung ins Handelsregister entsteht eine Vorgesellschaft als errichtete, aber noch nicht eingetragene Kapitalgesellschaft, die mit der später entstehenden Kapitalgesellschaft als Einheit behandelt wird. Die Steuerpflicht endet, wenn kein verteilbares Vermögen mehr vorhanden ist.

Ermittlung der Körperschaftsteuer

Bemessungsgrundlage und somit Ausgangsgröße für die Körperschaftsteuererklärung ist das zu versteuernde Einkommen innerhalb eines Kalenderjahres, das nach EStG, EStDV und KStG zu ermitteln ist, und ausgehend vom Gewinn der Handelsbilanz um steuerliche Vorschriften korrigiert wird.

Bei einem abweichenden Wirtschaftsjahr gilt der Gewinn aus Gewerbebetrieb als in dem Kalenderjahr bezogen, in dem das Wirtschaftsjahr endet. Eine gesonderte Steuerbilanz ist nicht erforderlich, es reicht, die Abweichungen zwischen handelsrechtlichem und steuerlichem Gewinn außerhalb der Handelsbilanz zu erfassen. Das beinhaltet auch die Korrekturen um verdeckte Gewinnausschüttungen und Vermögenszuführungen aufgrund verdeckter Einlagen der Gesellschafter.

Für Körperschaften und Personenvereinigungen, deren Leistungen bei den Empfängern nicht zu den Einnahmen nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 EStG gehören, gibt es einen Freibetrag von 5.000 EUR (§ 24 Abs. 1 KStG). Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften sowie Vereine, die Land und Forstwirtschaft betreiben, können 15.000 EUR beanspruchen (§ 25 Abs. 1 Satz 1 KStG).

Körperschaftsteuerliche Organschaft

Bei Bestehen einer Organschaft wird dem Organträger das volle Einkommen der Organgesellschaft wie eigenes zugerechnet und ein Verlustabzug setzt die rechtliche und wirtschaftliche Identität mit der Gesellschaft voraus, die den Verlust erlitten hat. Hat die Organgesellschaft keine Ausgleichszahlungen zu versteuern, ergeht ihr gegenüber eine Steuerfestsetzung über 0 EUR Körperschaftsteuer.

Nachfolgend 3 praxisrelevante Hinweise:

Die Finanzverwaltung erkennt körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaften mit GmbHs aus dem EU- und EWR-Raum an, die eine inländische Geschäftsleitung haben. Ihre Einnahmen werden dem Organträger zugerechnet und von ihm versteuert (BMF, Schreiben v. 28.3.2011, BStBl 2011 I S. 300).

Wurde in 2011 eine Organschaft begründet, muss für die steuerliche Anerkennung die finanzielle Eingliederung in den Organträger während des gesamten Wirtschaftsjahres bestanden haben und der Gewinnabführungsvertrag für die Organschaft für das laufende Wirtschaftsjahr wirksam werden. Daher mussten bis Silvester 2011 sowohl die erforderlichen Gesellschafterbeschlüsse als auch die Eintragung des Gewinnabführungsvertrags im Handelsregister erfolgt sein. Das gilt auch für Änderungen des Ergebnisabführungsvertrags (BFH, Beschluss v. 28.7.2010, I B 27/10, BStBl 2010 II S. 932).

Wichtig: Die 5-jährige Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrags bemisst sich nach Zeit- und nicht nach Wirtschaftsjahren (BFH, Urteil v. 12.1.2011, I R 3/10, BStBl 2011 II S. 727).

Ein Ergebnisabführungsvertrag ist nicht anzuerkennen, wenn der Jahresüberschuss der Organgesellschaft nicht mit einem vororganschaftlichen Verlustvortrag verrechnet, sondern an den Organträger abgeführt wird. Dann ist er nicht tatsächlich durchgeführt (BFH, Urteil v. 21.10.2010, IV R 21/07, BFH/NV 2011 S. 151).

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Kapitalgesellschaft, Steueränderungen, Elektronische Steuererklärung, Körperschaftsteuer

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