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Der Heimat verbunden

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In der Immobilienbranche ist die Lage entscheidend, gleiches gilt auch für Geschäfte und Kanzleien. Gute Erreichbarkeit per Auto und öffentliche Verkehrsmittel gilt als ideal, am besten noch in Kombination mit kostenlosen Parkplätzen und Nähe zum Ortszentrum.

StB Andreas Schlüter (Name der Redaktion bekannt) aus Trier war bereits bei seiner Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung klar, dass er ein paar Jahre nach bestandener Prüfung eine eigene Kanzlei aufmachen wollte und hatte dabei entweder ein Übernahme oder eine Neugründung im Sinn. Ein anderer Standort als Trier kam Schlüter auch nie in den Sinn, da seine beiden Kinder zum Zeitpunkt des Starts in die Selbstständigkeit schon in der Schule waren.

Wichtig war ihm eine gute Verkehrsanbindung, ob per Auto, öffentliche Verkehrsmittel, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. So oder so ähnlich gehen viele von Schlüters Berufskollegen vor, die sich mit einer Kanzlei selbstständig gemacht haben – das private Interesse zählt. Begründen lässt sich die Entscheidung handfest unter anderem mit einer Vielzahl an Kontakten, ob im privaten oder aber im beruflichen.

Allerdings ist die Zahl der sozialen Kontakte kaum genug, um die Weichen für den wirtschaftlichen Erfolg der Kanzlei langfristig zu stellen. Eine wichtige Rolle spielt mitunter die aktuelle und künftige Mandantenstruktur.

Kaufkraft der Umgebung für Entwicklung entscheidend

Zu den zentralen Punkten gehört hier die Ermittlung der Kaufkraft, wie sie etwa die GfK-Marktforschung regelmäßig für ganz Deutschland veröffentlicht. Nicht ganz überraschend verzeichnen hier der Landkreise Hochtaunuskreis, Gegenden wie Starnberg und München, aber auch die Main-Taunus-Region um Frankfurt am Main herum bundesweit die höchste Kaufkraft. Ganz am Ende der Skala liegen hingegen die allermeisten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern.

Natürlich ist in Gegenden mit hohem Pro-Kopf-Einkommen auch die Zahl der Steuerberater pro Einwohner höher und der Konkurrenzdruck größer, aber die Mandanten haben auf Grund ihres hohen Einkommens auch einen höheren Beratungsbedarf. Somit ergibt sich so auch eine Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Prosperität, der Zahl an kleinen und mittelgroßen Unternehmen und der Zahl der niedergelassenen Steuerberater.

Auch StB Andreas Schlüter hat von den mittelständischen und kleinen Betrieben in Trier profitiert, hinzu kommt die gute Lage unweit des Stadtzentrums. Schließlich zeigt die Erfahrung nach Ansicht von Experten, dass der Mandant bereit ist, maximal rund 20 Kilometer Anfahrt auf sich zu nehmen. Hinzu kommt im Idealfall Parkmöglichkeiten vor Ort und die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Diese Meldung ist Teil unserer Serie rund um „Kanzleinachfolge und Kanzleikauf“. Sie entstand in Kooperation mit der Glawe GmbH, Köln.

Schlagworte zum Thema:  Kanzleiorganisation, Kanzlei, Kanzleimanagement

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