| Kanzleinachfolge

Impuls von außen

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Nachfolgeregelung gehört nicht zu den Lieblingsthemen der Kanzleichefs, manchmal bedarf es externer Anlässe, um sich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Überrascht war StB Michael Becker (Name der Redaktion bekannt), als seine Bank seinem Wunsch nach einer Erhöhung des Kontokorrentkontos nicht nachkam. Die Begründung kam prompt: Becker sei mit seinen 55 Jahren zu alt, zudem fehle eine Nachfolgeregelung. Darum hatte er sich eigentlich gar nicht gekümmert. Seine beiden Kinder hatten kein Interesse daran, die Kanzlei zu übernehmen. Becker wusste das zwar schon einige Zeit, allerdings hatte ihn erst der negative Bescheid der Bank dazu gebracht, entsprechende Planungen zu entwerfen.

Becker wollte die komplette Kanzlei übertragen, nicht aber nur seinen Mandantenstamm. Bei seinen Berechnungen stellte er fest, dass der realistische Preis für seine Kanzlei beileibe nicht dafür reichen würde, sein Auskommen zu sichern. Zudem hatte er noch Schulden, die er abbezahlen musste.

Altinhaber noch ein paar Jahre als freier Mitarbeiter

Kurzum: Becker wollte nach der Übergabe an den neuen Kanzleichef noch ein paar Jahre als freier Mitarbeiter Geld verdienen. Mithilfe eines Kanzleivermittlers wurde schließlich ein Käufer gefunden – ein Steuerberater, der bereits in einem Nachbarort eine eigene Kanzlei hatte und expandieren wollte.

Beide Seiten hatten sich auf einen Kaufpreis geeinigt, Becker erhielt einen mehrjährigen Vertrag und 80 Prozent seiner Belegschaft wurden übernommen. Stichwort Übernahme: der alte und neue Kanzleichef spielten von Anfang an gegenüber der Belegschaft mit offenen Karten, was offenbar auch gut bei den Mitarbeitern angekommen ist, denn die zeigen sich engagiert und sichern damit auch den Erfolg der Kanzlei. Alt- und Neuinhaber kommen sich auch durch eine Aufteilung der Aufgaben nicht in die Quere. Das trägt sicherlich auch zu einem nachhaltigen Erfolg bei.

Diese Meldung ist Teil unserer Serie rund um „Kanzleinachfolge und Kanzleikauf“. Sie entstand in Kooperation mit der Glawe GmbH, Köln.

Schlagworte zum Thema:  Kanzlei, Kanzleiorganisation, Kanzleimanagement

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